Zwischen Frust und Zuversicht (Flensburg Avis vom 11.02.19)

  • Februar 10, 2019

Die SdU-Handballer des DHK Flensborg ertranken in einer Zeitstrafenflut gegen die Füchse Berlin II.

Timo Fleth
tif@fla.de

Flensburg. Die erhitzten Gemüter hatten sich bereits einige Minuten nach Spielschluss wieder beruhigt, so dass Jens Häusler, Trainer des DHK Flensborg, sachlich Stellung zur 26:33-Niederlage der SdU-Handballer gegen die Füchse Berlin II beziehen konnte. An der insgesamt doch sehr wackeligen Leistung der Unparteiischen kam Häusler aber trotz aller gebotenen Selbstkritik nicht vorbei.
»Wir müssen der Schiedsrichterleistung zum trotz uns an die eigene Nase fassen. Wir haben dann doch zu viele taktische Fehler gemacht, um zu Gewinnen. Die spielerische Linie haben wir verloren. Allerdings auch durch unfassbare Schiedsrichterentscheidungen. Dennoch müssen wir auch gegen solche Entscheidungen bestehen«, so der DHK-Trainer nach dem richtigen Maß suchend. Dabei konnten sich die Gastgeber gerade zu Beginn an einem wiedererstarkten Marc Blockus erfreuen, der die Verantwortung vom blass gebliebenen Haupttorschützen Sjören Tölle übernahm und den DHK im Spiel hielt.
»Die WM-Pause hat mir tatsächlich gut getan und ich bin immer besser in Tritt gekommen. Habe zudem auch einige Kilos verloren und damit mich auch besser gefühlt. Leider ist mir beim Turnier in Hohn im letzten Spiel gegen Altenholz einer auf meinen operierten Fuß gestiegen, deshalb humpele ich auch jetzt noch so. Die WM-Pause tat gut, um weiter zu kommen. Ohne die alte Blessur wäre es sicherlich noch optimaler, aber aufgeben ist keine Option«, so Blockus, der die Erfahrung des Abstiegs bereits gemacht hat, aber bei den SdU-Handballern ganz andere Voraussetzungen erkannt hat.
»Ich bin bereits mit der zweiten der SG Flensburg-Handewitt zweimal abgestiegen, aber wir hatten damals nie so eine Stimmung, wie sie beim DHK herrscht. Hier hat sich noch keiner aufgegeben und das stimmt mich optimistisch, dass wir auf jeden Fall noch Punkte holen werden. Ob die dann reichen, muss man sehen. Wir werden uns in jedem Fall mit erhobenem Haupt dann verabschieden«, so der Linkshänder kämpferisch.
Der 16:18-Rückstand zur Pause hielt sich noch in Grenzen, wobei die Schiedsrichter schon zum Ende des ersten Durchgangs zur Unzufriedenheit des Heimteams mit merkwürdigen Hinausstellungen auf sich aufmerksam machten. Zu Beginn der zweiten Hälfte brach dann endgültig eine Zeitstrafenflut über das Heimteam her, was der immer hitziger werdenden Stimmung in der Halle weiteren Vorschub leistete. Allerdings sich auf die spielerischen Linie des DHK verheerend auswirkte.
»Die vielen Zeitstrafen haben uns sehr viele Körner gekostet. Wir hätten aber trotzdem Gewinnen können. Wir haben uns zu sehr von der Stimmung anstecken lassen und den Kopf verloren. Genau diese Situationen entscheiden am Ende wer absteigt. Der Klügere steigt am Ende auch nicht ab«, so Blockus ärgerlich über diese Phase. Für DHK-Trainer Jens Häusler war die Niederlage ärgerlich, aber noch lange kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken.
»Wir dürfen nach so einem Spiel aber nicht alles wieder in Frage stellen, was wir uns aufgebaut haben. Wir müssen weiter an uns glauben. Gegen die Füchse haben auch wieder mehr Sachen geklappt als noch in den letzten Spielen. Wir sind eng dran, dass wir auch wieder Gewinnen können«, so Häusler Optimismus ausstrahlend. Ein guter Zeitpunkt dafür wäre ganz sicher am kommenden Spieltag, wenn die Reise zum Abstiegsduell gegen Hannover-Burgwedel geht.
»Gegen Hannover-Burgwedel erwartet uns schon ein kleines Vier-Punkte-Spiel«, so Marc Blockus nichts beschönigend, aber voller Zuversicht: »Wir sind noch lange nicht weg vom Fenster.«

DHK Flensborg: Wendt, Basenau – de Bruin 3, Heinker, Künzel 1, Jessen 1, Blumenberg, Wickert-Grossmann 1, Krüger, von Eitzen 1, Bandemer, Tölle 4/3, Zinndorff 1, Desler 2, Blockus 7, Skaaning Linnebjerg 5.

Füchse Berlin II: Deisting, Genz – Porath 4/2, Gerntke 2, Matthes 5, Schroeder 2, Gliese 3, Keskic 1, Düren 4, Bielzer 4, Skroblien 1, Genty 2, Fritz 5, Mißling.

Zeitstrafen: 9:4. Siebenmeter: 4:2.

Schiedsrichter: Tobias Bunselmeyer/Jacques Roux (Varel).

Zuschauer: 397.