Es geht etwas zu Ende (Flensborg Avis)

  • April 27, 2017

Flensburg. Wehmut dürfte mitspielen, wenn die Drittliga-Handballer vom DHK Flensborg am Sonnabend ab 17 Uhr gegen den Oranienburger HC in ihrem letzten Saisonheimspiel gegen den Oranienburger HC antreten. Denn es geht etwas zu Ende.

 Ein letztes Mal wird Matthias Hahn seine DHK-Schützlinge in Idrætshallen betreuen. Auch mehrere Spieler werden den DHK Flensborg nach dieser Saison verlassen, wie Geschäftsführer Peter Stotz berichtet. Mit Rechtsaußen Jeppe Bruhn (spielt seine fünfte Saison beim DHK), Linkshänder Marc Blockus (ebenfalls fünf Jahre DHK), den Torhütern Andreas Meyer Ejlersen (geht zurück zur SG Flensburg-Handewitt) und Christoph »Theke« Peters sowie Thorben Ilper (zum TSV Hürup) stehen fünf Abgänge fest, die an diesem Abend vom Heimpublikum verabschiedet werden. »Mit Tjark Desler bekommen wir einen Bomben-Allrounder, der einige Positionen abdecken kann. Es tut natürlich weh, dass mit Marc und Jeppe zwei Linkshänder gehen, für die man nur schwer Ersatz findet. Wir sind in Gesprächen, gerade die Beiden hinterlassen aber zweifellos eine große Lücke. Der Stamm der Mannschaft aber bleibt beisammen – wir sind guter Dinge«, sagt Peter Stotz. Sportlich ist die Saison aber noch nicht vorbei. Obwohl der Klassenerhalt bereits unter Dach und Fach ist, hat Noch-Cheftrainer Matthias Hahn mit seinem Team noch einiges vor. Er will aus den Partien gegen den Tabellenvierten Oranienburger HC bzw. dann zum Abschluss beim SC Magdeburg II (6. Mai, 19 Uhr) gerne Punkte einheimsen. Vor allem natürlich jetzt vor heimischem Publikum. »Ich glaube Oranienburg wird ein ganz schwerer Brocken. Die stehen nicht zu Unrecht so weit oben auf Platz vier. Das ist eine eingespielte Mannschaft mit einer aggressiven Abwehr und zwei starken Torhütern. In Robin Manderscheid und David Sauß hat Oranienburg außerdem zwei extrem torgefährliche Spieler, die den Kreis und die Außen sehr gut einsetzen«, sagt Matthias Hahn zum Gegner. HC-Torwart Simon Herold dürfte einigen Flensburgern noch aus seiner Zeit bei der SG Flensburg-Handewitt (Ende 2005 bis 2007) bekannt sein, als er im Regionalligateam spielte, ab und an aber auch als dritter Torwart der »Ersten« nominiert war.

Ohne Blockus und Weidner

Matthias Hahn traut seiner Mannschaft einen Sieg gegen den Liga-Vierten durchaus zu. »Erstens kennen meine Spieler den Gegner. Zweitens werden sie alles daran setzen im letzten Heimspiel kräftig gegenzuhalten«, sagt Hahn. Seine Personaldecke ist jedoch dünn. Marc Blockus wird verletzungsbedingt weiterhin nicht spielen können, außerdem habe sich nun auch Torwart Paul Weidner im Training am Montag verletzt. »Er ist im Training umgeknickt und hat sich am Sprunggelenk verletzt. Das ist extrem schade für ihn. Er hat genug Verletzungen gehabt und war jetzt gerade wieder auf einem guten Stand, hat am Wochenende gut gehalten«, erklärt Matthias Hahn. Er ist nach wie vor voll in seinem Element. Die Ära Hahn geht nach dem Spiel in Magdeburg zu Ende und für die DHK-Verantwortlichen um Peter Stotz geht es darum, einen passenden Nachfolger zu finden.

 Marc Reese

Spieler nicht kaufen

Auf die Frage nach dem Anforderungsprofil des neuen Mannes erklärt der DHK-Geschäftsführer: »Wenn schon ein neuer Trainer, dann wollen wir auch etwas ändern. Insbesondere mit Blick auf die individuelle Entwicklung des Einzelnen über das Training. Aber auch im körperlichen, athletischen Bereich. Wir sind ein Verein mit einem relativ kleinen Etat in der 3. Liga. Fertige Spieler zu holen, wie nun Tjark Desler, wo wir auch Glück haben, wird die Ausnahme sein. Das geht nur mit einem Trainer, der gut mit jungen Leuten umgehen kann und ihnen Vertrauen schenkt. Wir sind nicht so aufgestellt, dass wir Leute kaufen können. Wenn wir in der 3. Liga langfristig im oberen Bereich spielen wollen, geht es darum, die Spieler auszubilden.«