Der Matchwinner stand im DHK-Kasten

  • Oktober 26, 2015

Der DHK Flensburg gewann vor der Rekordkulisse von 1100 Zuschauern in der ausverkauften Idrætshallen mit 25:22 (11:9) gegen die SG Flensburg-Handewitt II.

Flensburg. Paul Weidner, Keeper des DHK Flensborg, kippte einfach um und lag am Boden. Neben ihm stand Till Wiechers, Trainer der SG Flensburg- Handewitt II. Es sah so aus, als habe er die Siegerpose inne und die Gäste hätten das Derby gewonnen. Aber die Szene täuschte. Umgekippt war nur ein Werbebanner mit Paul Weidner drauf. Der echte trat wenige Sekunden nach dem Fauxpas zu Beginn der Pressekonferenz nach dem Derby neben Wiechers und strahlte über das ganze Gesicht. Kein Wunder, schließlich war der DHK-Keeper Matchwinner beim 25:22-Sieg seiner Farben. Er wurde zu Recht zum »Hochglanz Spieler des Tages« gewählt und bekam bei der Wahl sogar die Stimme von Riechers.


 

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Mit 1100 Zuschauern war Idrætshallen bis auf den letzten Platz restlos ausverkauft. Am Ende sahen die Handball-Fans den Siegestanz des DHK (l.).


 

»Wäre er doch nur im Spiel umgekippt «, so Wiechers. Anerkennend schob der SG-Übungsleiter hinterher: »Ein bisschen freue ich mich ja auch, schließlich war Paul mal bei uns.« Bis 2014, dann wechselte er zum DHK, mit dem er jetzt also den Derbysieger über die alten Kameraden feierte. »Ich war super nervös, habe mich aber auch auf das Spiel gefreut«, sagte Weidner, der vor allem in der zweiten Hälfte mit etlichen Paraden dafür sorgte, dass sein Team in einem insgesamt spannenden und ausgeglichenen Nachbarschafts-Duell am Ende die Nase vorne hatte. »Die Trainer haben uns super eingestellt und wir haben alle von Anfang an gebrannt«, sagte Weiden. Den besseren Start hatten allerdings die Gäste erwischt. Tim Lübke hielt im SG-Tor die ersten Bälle und das Juniorteam ging mit 5:2 in Front (10.). Bis hierhin war die Partie von Nervosität auf beiden Seiten und vielen vergebenen Chancen geprägt. Zudem waren die Hausherren gehandicapt, weil der beste Torschütze der Liga, Sjören Tölle, bereits in der achten Spielminute seine zweite Zeitstrafe kassierte. DHK-Trainer Matthias Hahn nahm daher früh eine Auszeit und Feinjustierungen vor. »Ich musste die Reißleine ziehen und wollte bei den Jungs die Köpfe frei bekommen. Ich habe ihnen gesagt, dass sie besser spielen sollen«, so Hahn hinterher. Auch wenn der Trainer fand, dass es »kein schönes Spiel war«, so wurde sein Team fortan stärker. Beim 8:7 (19.) lagen die Hausherren erstmals in Front. Auch weil sie die Kreise des äußerst auffälligen Michael Nicolaisen besser in den Griff bekamen. Zur Pause lag der DHK hauchdünn mit zwei Treffern vorne. Nach dem Seitenwechsel konnte die SG II noch einmal ausgleichen (13:13/37.), danach war der DHK stets obenauf.


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»Vielen Dank für die Unterstützung, ihr habt uns nach vorne gepeitscht «, richtete Weidner ein Lob an die eigene Fangemeinde, die in seinen Augen ebenfalls ihren Teil zum Heimerfolg beigetragen hatte. Die Halle war mit 1100 Zuschauern bis auf den letzten Platz ausverkauft und diese Kulisse war ein würdiger Rahmen für das Derby. Darin waren sich hinterher auch beide Trainer einig. Genau wie bei der Analyse. Sowohl Wiechers als auch Hahn sprachen beim Ausgang der Begegnung von einem »verdienten« Sieger. Hahn haderte allerdings ein wenig mit den Unparteiischen und grübelte über die zukünftige Spielweise seines Teams. »Ich weiß nicht, ob wir im Angriff derart langweilig spielen, jedenfalls wird bei uns immer schnell Zeitspiel angezeigt. Außerdem scheinen wir sehr hart zu agieren, sechs zu null Zeitstrafen sind jedenfalls deutlich.« Angesichts des Sieges konnte der DHK-Trainer an diesem Abend jedoch gut damit leben. Die SG II hingegen muss sich fragen, wieso sie die 12 Minuten in Überzahl nicht besser ausgenutzt hat. Da zudem zwei Siebenmeter vergeben wurden, war es für die Gäste am Ende ein Derby der verpassten Chancen.

»Wir haben zuletzt überragend trainiert und auch gut gespielt, abgesehen von den ersten zehn Minuten konnten wir das heute leider nicht auf die Platte bringen. Vielleicht wollten wir zu viel«, so Wiechers.

Ruwen Möller

Lars Salomonsen

Flensborg Avis