DHK mit vermeidbarer Niederlage
SV 04 Plauen-Oberlosa – DHK Flensborg 25:22 (11:10)
Der DHK Flensborg hat am Samstagabend mögliche Punkte liegengelassen. Beim SV 04 Plauen-Oberlosa kassierte die Mannschaft von Magnus und Daniel eine vermeidbar 22:25 (10:11) Niederlage. „Ich bin trotz der Niederlage stolz auf die Leistung der Mannschaft. Sie hat sich an den Matchplan gehalten. Wir haben eine unfassbar starke Abwehr gestellt. Nur zwei fünfminütige Phasen pro Halbzeit haben uns im Angriff den möglichen Erfolg gekostet“, sagte Magnus auf der Rückfahrt aus Sachsen in den hohen Norden. Und unser Trainer brachte es damit auf den Punkt.
Defensive ebnet den Weg zum guten Start ins Spiel
Denn unser DHK Flensborg verteidigte mit viel Leidenschaft. Vor allem die Deckungsmitte um Moritz und Schlotti stellte für den gefürchteten Rückraum aus Plauen-Oberlosa ein schier unüberwindbares Hindernis dar. Dahinter zeigte Haui ganz starke Paraden, wenn die Schützen der Gastgeber einmal durchkamen. Der erste Gegentreffer zum 1:1 fiel erst nach fünf Minuten. Doch auch die Gastgeber stellten eine disziplinierte Defensive, die nach Ballverlusten schnell nach hinten eilte. Nach dem 2:3 (9.), agierte unsere Offensive noch geduldiger im Aufbauspiel. Bis zum Schluss wurde der besser postierte Mitspieler gesucht, um den erfolgreichen Abschluss zu finden. Maurice, Tom, Satzi und abermals Maurice, sorgten binnen vier Minuten für eine verdiente 6:3 Führung. „Aufgrund des Spielverlaufs, wäre sogar ein 10:3 drin gewesen“, sagte Magnus. Das es nicht so kam, lag am überragenden Torhüter der Gastgeber, Henric Ebert. Er zeigte schon in dieser Phase tolle Paraden. Gemeinsam mit Haui, war er der Akteur der ersten Halbzeit auf der Platte der Halle SH Kurt-Helbig Plauen. SV-Trainer Enrico Henoch reagierte und nahm die erste Auszeit der Hausherren. Und diese kamen schnell zurück. Im Angriff wurde mit mehr Durchschlagskraft agiert, wobei auch die Außenpositionen angespielt wurden. Binnen zwei Minuten wurde der 6:6 Ausgleich erzielt. Zudem rührte die Abwehr Beton an, der aber noch beweglich war. Mit einer 2-4 Formation wurde offensiv auf unsere Rückraumspieler agiert. Dies unterbrach den Spielfluss unseres DHK, der oftmals nahe am Zeitspiel war. Dennoch gab es Abschlüsse, doch Henric Ebert nahm viele freie Torchancen weg.
Leichte Fehler und Chancenwucher sorgen für die Wende
So setzten die Gastgeber ab der zwanzigsten Minute mehr Akzente. Denn aus dem 8:8, wurde durch die starken Vinzent Bertl, den Routinier Matevz Kunst und den von Magnus schon vor der Partie hoch eingeschätzten Rechtsaußen Mathias Choleva, ein 11:8 Vorsprung für den SV 04 Plauen-Oberlosa. Doch in den letzten beiden Minuten vor der Pause raffte sich unser DHK noch einmal auf. Der im ersten Durchgang überragende Maurice schaffte zwei entschlossene Durchbrüche und verkürzte vor der Halbzeitsirene zum 10:11. Nach dem Wechsel schien nach dem 11:12 durch Onno ein spannender zweiter Durchgang eingeläutet zu werden. In der Defensive wurde weiter mit Leidenschaft gerackert. Doch im Angiff kamen binnen kürzester Zeit einige verhängnisvolle Blackout in unser Spiel. Einige überhastete Querpässe landeten in den Händen von Plauens Routinier Roman Becvar. Dieser leitete dadurch Tempogegenstöße ein. Zwei von ihnen verwandelte er höchst selbst. So kamen die Gastgeber zu einem 16:11 Zwischenstand binnen fünf Minuten. Doch unsere Mannschaft schaute nach einer von Magnus und Daniel genommenen Auszeit wieder nach vorne. Marcel, Maurice und Tom verkürzten nach schnell Angriffen auf 14:16, die Hoffnung auf Auswärtspunkte waren wieder da (39.). Doch Plauens Coach Enrico Henoch reagierte wieder zum richtigen Zeitpunkt und nahm eine Auszeit. Und wieder fruchtete diese. Denn in der Abwehr agierten die Gastgeber wieder offensiver und zwangen unser Team oft ans Zeitspiel. Dies sorgte für einige Ballverluste. Zudem parierte Keeper Henric Ebert weiter stark. Er nahm trotz starker Durchbrüche unseren Schützen die Bälle förmlich weg. Ein 0:5 Lauf binnen sieben Minuten ließ unser Team beim 14:21 (46.) auf die Verliererstraße einbiegen. „Er ist zurecht nach dem Spiel Man of the Match geworden“, zollte Magnus sportlich fair dem Schlussmann der Hausherren Respekt.
Starke Moral sorgt trotz fehlender Zeit für ein besseres Resultat
Doch unsere Mannschaft zeigte eine Tugend, die bei ihrem jungen Durchschnittsalter nicht alltäglich erscheint. Sie zeigte Moral. „Das sind die Werte, für die wir stehen. Das macht mich unheimlich stolz“, lobte Magnus die Einstellung seines Teams. In der Deckung wurde weiter gekämpft, als wäre die Partie auf des Messers Schneide. Dahinter zeigte Cata einige gute Paraden. Tom und Maurice verkürzten auf 16:21. Doch Vinzent Bertl und Matevz Kunst antworteten mit ihrer Routine zum 23:16. Doch unser DHK schüttelte sich erneut und versuchte alles, um in den verbleibenden elf Minuten das schier Unmögliche zu schaffen. Dabei spielte auf der Rückraum Mitte als Spielmacher Endijs groß auf. „Er hat in zehn Minuten fünf Tore gemacht. Das war wichtig für ihn und die Mannschaft. Mit dieser Leistung ist er endgültig bei uns angekommen“, verteilte Magnus ein Sonderlob in Richtung unseres Neuzugangs, der erst später in der Vorbereitung zum DHK stieß. Er vereinigte in der Schlussphase alles, was der moderne Handball braucht. Schnelligkeit, Selbstvertrauen, Initiative und ein entschlossener Abschluss. Nach dem 18:25, knapp sechs Minuten vor Ultimo, erzielte er drei der vier DHK Treffer bis zur Schlusssirene. Die konditionell pumpenden Gastgeber kamen kaum noch gefährlich zum Abschluss. „15 Minuten länger, dann hätten wir das Spiel gedreht“, sagte Magnus mit einem Schmunzeln. Doch da ein reguläres Punktspiel im Handball sechzig Minuten dauert, stand am Ende die 22:25 Niederlage, die vermeidbar war. „Manchmal gibt es solche Tage, wo der gegnerische Torwart das Spiel entscheidet und man trotz bester Chancen dann verliert. Zweimal fünf Minuten haben uns die Punkte gekostet. Aber die Einstellung und Gesamtleistung war super. Wir werden das Spiel analysieren und unsere Lehren daraus ziehen. Denn am nächsten Wochenende wartet schon Oranienburg auf uns. Dort wollen wir so stark und überzeugend wie letztes Jahr auftreten“, sagte Magnus mit Blick auf den kommenden Samstag, 19. September (18.30 Uhr), wenn unser DHK beim Oranienburger HC zu Gast ist und der Erinnerung des 30:24 Auswärtssieges vom 31. August 2025.Jörn Saemann
SV 04 Plauen-Oberlosa: Foluszny, Ebert – Stäglich (4), Kunst (6/1), Hanisch, Jezernik (3), Trommer-Ernst (1), Bertl (3), Tektel, Schauer, Choleva (3), Meckel, Becvar (5), Malta, Koffent, Naumann.
DHK Flensburg: Hauenstein, Haidu – Kusners (5/2), Dethlefsen (1), Niestroj (7), Schmidt (1), Schlott, Hansen, Buschmann (2), Lorenzen (3), Zacharias Minning (1/1), Westphalen, Koscielski (1), Rithaphorn (1).
Schiedsrichter:Levermann/Rietenberg
Zuschauer: 525