DHK bekommt keine PS in die Offensive
Stralsunder HV – DHK Flensborg 30:25 (14:13)
Der DHK Flensborg hat nach acht starken Partien und 11:5 Punkten seit Mitte November, erstmals nach langer Zeit ein schwächeres Spiel abgeliefert. Beim heimstarken Stralsunder HV musste sich die Mannschaft von Magnus und Daniel mit 25:30 (13:14) beugen. „Wir halten Stralsund auf nur 30 Tore. Dann muss man eigentlich Punkte von dort mitnehmen. Auf unsere Abwehrleistung bin ich sehr stolz, doch vorne sind wir nie in einen Flow gekommen. Das ist so ärgerlich“, sagte Magnus auf der Rückfahrt aus der mecklenburgischen Hansestadt in den ganz hohen Norden.
Ausgeglichene Anfangsphase mit starken Deckungsreihen
Dabei startete der DHK gut in die Partie. Zwar dauerte es bis zur dritten Minute, als Tom per Siebenmeter mit dem 1:0 zu Gunsten unserer Mannschaft den Bann brach, bis das erste Tor in der Vogelsanghalle am Hansedom fiel, doch danach agierte der DHK geduldig. Nach knapp acht Minuten stand mit dem 4:3 weiterhin eine Führung. Danach aber fehlte unserer Angriffsreihe laut Magnus, „das richtige Timing“, um regelmäßig zu treffen. So fielen die Fördestädter ab dem 4:6 (12.) oftmals auf zwei Treffer Differenz zurück, beim 6:9 war es Mitte des ersten Durchgangs sogar eine Drei-Tore-Hypothek. Doch unsere Mannschaft konnte sich auf ihre starke Defensivleistung verlassen und legte den Stralsunder Angriff oftmals an die Kette. Hinter unserer Deckung zeigte zudem Benni starke und wichtige Paraden. Als Mathias einen seiner zehn Treffer zum 8:9 markierte (18.), war der Anschluss wieder schnell hergestellt. Doch binnen zwei Minuten leistete sich unsere Offensive zu viele technische Fehler. Die Folge waren drei schnelle Gegentore zum 8:12. Doch wieder zeigte unser DHK Nehmerqualitäten und ließ in den verbleibenden zehn Minuten bis zur Pause nur noch zwei Gegentore zu. Zweimal Mathias und einmal Ole, stellten mit dem 11:12 erneut den Anschluss her. Zwar erhöhten Jakub Feder und Kevin Szep-Kis zum 14:11, doch unsere Mannschaft war nun im Spiel und ließ sich nicht abschütteln. Tom, der alle fünf Strafwürfe verwandelte per Siebenmeter und Jonas fünf Sekunden vor dem Ertönen der Hallensirene in der Vogelsanghalle, verkürzten zum 13:14 Zwischenstand nach dreißig Minuten.
Zweite Halbzeit mit gutem Beginn – dann folgt Unruhe im Angriff
Nach dem Wiederanpfiff war unser DHK in der Abwehr weiter hellwach. Und ein Doppelschlag durch Mathias und Ole brachte uns knapp vier Minuten nach dem Wechsel mit dem 15:14 die erste Führung seit der achten Spielminute. Stralsunds Trainer Norman Flödl reagierte aufgrund der fehlenden Durchschlagskraft seiner Mannschaft und nahm eine Auszeit (35.). Nach dem 16:16 fruchtete diese bei seinem Team, denn sie stellten eine unangenehme Deckung, die unsere Mannschaft zu zahlreichen Fehlern verleitete. Drei Treffer binnen 61 Sekunden sorgten dafür, dass der Stralsunder HV mit dem 19:16 wieder eine Drei-Tore-Führung vorlegte. Magnus und Daniel zogen ihrerseits die Notbremse in Form einer Auszeit, doch der erste Ball ging wieder verloren und über die zweite Welle waren die Gastgeber durch Fredrik von Troil zum 20:16 erfolgreich. Doch unsere Mannschaft ließ sich zunächst nicht abschütteln und kämpfte sich zurück. Haui stand während des zweiten Durchgangs zwischen den Pfosten und musste, wie schon in den vergangenen Monaten, erneut einen Kopftreffer wegstecken. Dies tat er mit Bravour und Mitte der zweiten Halbzeit war mit dem 19:21 der Anschluss wieder da.
Volles Risiko wird nicht belohnt, sondern geht nach hinten los
Und Magnus und Daniel gingen früh „All In“. „Wir haben mit dem Sieben gegen sechs Überzahlspiel alles versucht. Es ist ja eine unserer Stärken, was zuletzt gut ging. Aber man hat da gemerkt, dass Thilo uns mit seiner Übersicht sehr gefehlt hat“, sagte Magnus, der nach dem 19:23 so dem Angriff mehr Impulse und Raum verleihen wollte (48.). Doch Thilo war mit der Profimannschaft der SG Flensburg-Handewitt zum Auswärtsspiel beim HSV Hamburg gereist und fehlte so als wichtige Option in Stralsund. Seine Mannschaftskameraden versuchten in Mecklenburg-Vorpommern alles, doch trotz noch zwölf verbleibender Minuten,fehlte die Ruhe in der Offensive. „Wir haben zu viele Bälle einfach weggeschmissen“, sagte Magnus und musste mit ansehen, wie die Ballverluste von den Gastgebern hart bestraft wurden. Denn vier der folgenden sechs Würfe gingen ins leere DHK-Tor. Gut fünf Minuten vor Schluss machte Stralsunds Mykyta Chernakov mit dem 29:23 alles klar, Kevin Szep-Kis ließ sogar das 30:23 folgen. Freddy sorgte in der Endpahse mit seinen beiden Treffern nur noch für Ergebniskosmetik und den 30:25 Endstand. „Das Ergebnis ist so ärgerlich, da heute viel mehr für uns drin war. Doch bei einem Gegner auf Augenhöhe, darf man sich nicht eine so extreme Vielzahl an Fehlern leisten. Jetzt müssen wir während der Woche hart an diesen Fehlern arbeiten und sie abstellen, um es im nächsten Spiel besser zu machen“, sagte Magnus und versuchte, die Niederlage schnell abzuhaken. Jörn Saemann
Stralsunder HV: Göbner (1), Ohm – Szep-Kis (4), Graczyk, Schröter, Sagij (1), Pachmann (2), Chernakov (2), Skroblien (3), von Troil (4), Troschke (1/1), Wark (6), Berger (1), Feder (3), Schmischow (2), Shcherban.
DHK Flensburg: Hauenstein, Schmitt – Niestroj (1), Günther (2), Schlott, Hansen, Adam (2), Lorenzen (8/5), Westphalen, Koscielski (1), Sonne Domino (10), Rithaphorn (1), Schulte
Schiedsrichter: Lüdemann/Mühlenberg
Zuschauer: 823