DHK will Tabellenführer EHV Aue ärgern
Der DHK Flensborg hat im vergangenen Heimspiel gegen den SV 04 Plauen-Oberlosa mit einem 37:33 Heimsieg den Klassenerhalt „eingetütet“. Die Saison 2026/27 in der verrückten, weil ausgeglichenen, 3. Liga Nord wird auch mit unserer Mannschaft stattfinden und die Vorfreude auf dreißig erneut tolle Handballkrimis steigt. Doch zunächst soll die aktuelle Spielzeit 2025/26 abgeschlossen werden. Dabei kommt unser DHK in den Genuss eine ganz besonderen Heimspiels. Denn am Samstag, geht es gegen den Tabellenführer EHV Aue. „Das ist noch einmal eine ganz große Herausforderung. Aue kann mit einem Sieg bei uns Meister werden. Wir wollen im letzten Saisonheimspiel aber alles auf der Platte lassen und vor hoffentlich vielen Zuschauern eine tolle Leistung zeigen“, sagt unser Trainer Magnus vor der Partie, die ausnahmsweise um 15 Uhr in Idraetshallen angepfiffen wird.
Gäste nach Stotterstart die „stabilste Mannschaft“
Die Begegnung gegen den Primus der 3. Liga Nord-Ost ist wahrlich eine Herausforderung. Denn nach einem Stotterstart in den ersten sechs Saisonspielen, als die Gäste nach nur zwei Siege, aber mit gleich drei Niederlagen und einem Remis mit 5:7 Punkten den Spitzenteams hinterherliefen, hat sich der EHV Aue in den vergangenen 23 Partien nur noch zwei Pleiten geleistet. Eine war mit dem 29:32 bei den Füchsen Berlin auch noch in der Frühphase der Saison. Doch mit 13:9 Zählern im Mittelfeld der Tabelle stehend, wurde eine beeindruckende Aufholjagd gestartet. 15 Siege in Folge katapultierten den ehemaligen renommierten Zweitbundesligisten an die Spitze des Klassements. Erst dem in dieser Spielzeit ebenfalls beeindruckend starken TSV Altenholz gelang es Mitte April, mit dem knappen 31:30 Heimsieg, die fünfmonatige Dominanz der Erzgebirgler zu unterbrechen. „Aue hat es diese Saison überragend gemacht. Sie haben mit einem neuen Trainer und vielen neuen Spielern begonnen, die sich aber sehr schnell gefunden haben. Sie sind zusammengewachsen und stehen gemeinsam mit dem MTV Braunschweig zurecht da oben in der Tabelle. Es sind die beiden besten Mannschaften der Saison“, sagt Magnus über den aktuellen Primus der Nord-Staffel und dem nur einen Zähler dahinter lauernden Meister der vergangenen beiden Jahre. „Aue hat einen ganz starken Angriff, der sehr dynamisch ist. Sie kommen aus einer klassischen gut stehenden 6-0 Deckung und dann mit viel Tempo nach vorne. Wenn man nicht aufpasst, dann kassiert man eine sehr hohe Niederlage. Aue hat in sehr vielen Spielen weit über vierzig Tore geworfen. Sie sind seit Monaten die absolut stabilste Mannschaft der Liga. Das ist wirklich beeindruckend“, sagt unser Trainer über die Gäste, die ihr letztes Heimspiel gegen die HG Hamburg-Barmbek mit 40:27 gewannen und dabei vor 1.520 heimischen Fans, elf Sekunden vor Schluss durch Robin Pfeil ihr 1.000 Saisontor bejubelten. Nur dem SC Magdeburg II gelangen in den bisherigen 29 Saisonspielen elf Treffer mehr.
Tabellenführer mit breitem und erfahrenen Kader
Die Gäste verfügen über einen sehr breiten Kader und einen Protagonisten, der die Spieler weiterentwickelt hat. „Ihr Trainer ist ein Routinier und ist für die Stärke und Stabilität des EHV Aue entscheidend mitverantwortlich“, sagt unser Coach Magnus. Mit Uwe Jungandreas steht eine absolute deutsche Trainer-Ikone an der Seitenlinie. Er führte einst den 1. SV Concordia Delitzsch sensationell in die Bundesliga und trainierte auch die Kult-Clubs SC DHfK Leipzig. Bevor er im vergangenen Sommer nach Aue kam, etablierte er den Dessau-Roßlauer HV in der 2. Bundesliga. Dies ist auf Sicht sicherlich auch mit dem EHV Aue das Ziel des 64-jährigen, der sich dabei auf vier Akteure verlassen kann, die einhundert oder mehr Tore erzielt haben. „Und diese vier Spieler, sind die Schlüsselspieler beim EHV Aue, die den Ton angeben“, sagt Magnus. Bester Torschützte des Teams ist Francisco Pereira, der es auf 195 Treffer bringt. Dabei ist der Rechtsaußen, der auch gefährlich von der rechten Rückraumseite kommt, auch von der Strafwurfmarke mit 62 Toren extrem nervenstark. In den Top Ten der Torjägerliste folgt ihm der beste Feldschütze. Denn Justin Döbler traf aus dem Rückraum bisher 155-mal. Paul Bones mit 138/23 Erfolgen und Mihkel Löpp, mit runden einhundert Treffern, sorgten für extreme Durchschlagskraft bei den Gästen. Spielmacher Löpp hat seine „100“ dabei in nur 21 Partien erzielt. Bei der 27:36 Hinspielniederlage unseres DHK, war das EHV-Quartett für 22 Gegentreffer verantwortlich. „Aber auch Sebastian Paraschiv ist bei Aue ein sehr starker Spieler, der den Unterschied machen kann und oft in den Rückraum geht, wenn sie dort mit drei Rechtshändern agieren“, sagt unser Trainer lobend über den Allrounder der Gäste. Doch Magnus will mit seinem Team gegen den großen Favoriten gegenhalten. „Wir spielen zu Hause und wollen als Mannschaft zeigen, welche Werte wir als DHK Flensborg vermitteln wollen. Als Einheit antreten, alles auf der Platte lassen und vor allem Verantwortung für den Ball haben. Wir müssen gut abschließen und schnell zurücklaufen. Wenn das klappt, traue ich uns wieder alles zu. Wir wollen den EHV Aue ordentlich ärgern. Wir freuen uns auf das Spiel“, sagt Magnus mit Blick auf das herausfordernde Saisonfinale in Idraetshallen. Jörn Saemann