DHK feiert den Klassenerhalt
DHK Flensborg – SV 04 Plauen-Oberlosa 37:33 (23:20)
Der DHK Flensborg hat es geschafft. Sieben Tage nach dem 37:32 Auswärtssieg beim SC DHfK Leipzig II, legte die Mannschaft von Magnus Frisk Jensen und Daniel Wuzella nach und gewann das Heimspiel gegen den SV 04 Plauen-Oberlosa verdient mit 37:33 (23:20) Toren. Dadurch sicherte sich der Dansk Handbold Klub den erneuten Klassenerhalt in der 3. Liga. Zwei Minuten vor der Partie gab unser DHK die Vertragsverlängerung mit Sponsor Casino bekannt. Ilona Serwatka. Die Casino-Leiterin Flensburg, sprach live ins Mikrofon der Idraetshallen. „Wir haben den Vertrag mit dem DHK Flensborg bis 2028 verlängert“, sagte sie sehr zum Jubel der 419 Zuschauer in unserer Heimstätte. Der Verbleib des Sponsors unseres 3. Liga Clubs, wurde danach mit dem sportlichen Verbleib in der Nord-Ost Staffel durch unsere Mannschaft garniert.
Tempohandball und „Tag der offenen Tür“ in der ersten Halbzeit
Die Partie begann mit sehr viel Tempo auf beiden Seiten. Vor allem der DHK legte los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Angetrieben vom spielfreudigen und treffsicheren Thilo im Rückraum, fand unsere Mannschaft immer wieder Lücken in der gegnerischen Deckung und münzte diese in Tore um. Doch auch die Gäste spielten sehr gefällig. In der Anfangsphase riss im Angriff der Sachsen vor allem Matevz Kunst das Spiel an sich. Gemeinsam mit Petar Puljic und Lukas Meckel setzte er entscheidende Akzente. Puljic erzielte vier der acht Gästetreffer in den ersten 13 Minuten. Meckel traf zweimal, wie auch der beste Torjäger der 3. Liga Nord-Ost Matevz Kunst. Er war der Dreh-, und Angelpunkt bei Plauen-Oberlosa und fand stets seine Nebenleute oder war selbst gefährlich. Im Verlauf der ersten Halbzeit gesellte sich zum im linken Rückraum immer stärker werdenden erfahrenen Slowenen auch der eingewechselte Teo Jezernik auf der halbrechten Offensivseite. Dadurch wurde es eine abwechslungsreiche Begegnung. Da der DHK einige Chancen liegenließ, im Angriff aber kaum mal einen Fehler produzierte, entwickelte sich die Partie mit klaren Vorteilen für unsere Mannschaft. Beim 8:5 durch Thilo in der zehnten Minute, stand erstmals ein Drei-Tore-Vorsprung. Die Gäste verkürzten aber auf 12:11 (18.). Danach stieg die Konzentration im Abschluss wieder bei unserem Team. Vor allem Schlotti vom Kreis, sowie Tom und Freddy mit erfolgreichen Tempogegenstößen sorgten für die einfachen Tore. Sechs Minuten vor dem Wechsel traf Tom zum 19:15 und somit zu einem Vier-Tore-Vorsprung. Da aber auch unsere Deckung im ersten Durchgang nicht sattelfest war, erzielten die Sachsen 33 Sekunden vor der Pause das 22:20. Doch Thilo, der im ersten Durchgang nicht einen Fehlwurf zu verzeichnen hatte, erhöhte noch zum 23:20 Halbzeitstand.
Steigerung in der Defensive der Schlüssel in Halbzeit zwei
Nach Wiederbeginn kamen die Gäste mit sehr vielen Emotionen zurück auf die „Platte“ in Idraetshallen. Sie agierten regelrecht wild und entschlossen in ihren Aktionen, so das unsere Mannschaft ebenfalls wild wurde, aber dabei die Übersicht und Klarheit in ihren Aktionen verlor. So gehörten die ersten drei Treffer der zweiten Halbzeit auch dem SV 04 Plauen-Oberlosa, der durch Meckel, Aleksander Olkowski und abermals Meckel zum 23:23 ausglich (34.). Schulle mit einem satten Hammer ins gegnerische Tor und erneut Olkowski, sorgten für das 24:24. Danach schien sich unsere Mannschaft zu fangen und agierte wieder besonnen. Thilo, Tom und Maurice erzielten mit dem 27:24 wieder einen Drei-Tore-Vorsprung (38.). Doch die ebenfalls noch wichtige Punkte für den Klassenerhalt benötigenden Sachsen gaben nicht auf und zeigten die Energie und Leidenschaft eines Aufsteigers. Tom hatte per nervenstarkem Strafwurf das 28:25 für unseren DHK erzielt, als die Gäste durch Meckel, Kunst und Olkowski Mitte des zweiten Durchgangs erneut ausglichen.
Dreifachparade von Haui reißt alle mit
Es ging in die Crunch-Time der Begegnung, die umkämpft, aber aufgrund der Bedeutung, enorm fair war. Ole und Addi warfen wieder eine Führung für unser Team heraus. Beim 30:28, hatten die Gäste dann die Riesenchancen zum Anschlusstreffer. Doch unser Torhüter Rune Hauenstein setzte dann den entscheidenden Impuls. Zunächst parierte er in Klasse-Manier einen Wurf von der rechten Seite. Der Abpraller landete beim Plauener Kreisläufer Lukas Meckel. Der warf zentral, doch Haui riss die Hände hoch und lenkte den Ball an die Querlatte. Von dort prallte er noch einmal zurück und von Rechtsaußen kamen die Gäste erneut zum Abschluss. Doch Haui warf sich mit seinem Körper in den Ball und wehrte ihn erneut ab. Dieser Hattrick der besonderen Art, gerne auch als Monsterparaden bezeichnet, riss alle Zuschauer in Idraetshallen von ihren Sitzen und auch Hauis Mitspieler auf der Bank sprangen begeistert auf. Im Gegenzug schweißte Marc den Ball zum 31:28 ins gegnerische Tor. Und es kam noch besser. Mathias tankte sich im nächsten Angriff durch und erhöhte auf 32:28. Gästetrainer Ladislav Brykner zog die Notbremse und nahm eine Auszeit. Doch unser DHK war durch Hauis Paraden und die folgenden Tore euphorisiert und steigerte sich in der Deckung in eine überragende Leistung. Vor allem Addi verteidigte gegen Plauens Ausnahmespieler Metevz Kunst mit tollem Stellungsspiel, Blöcken und leichten und wichtigen Stockfouls. „Wie Addi gegen Matevz Kunst, einen ehemaligen Champions League Spieler, verteidigt hat, dass war überragend“, sagte Marc nach der Partie voller Respekt und lobend über unseren Kreisläufer, der mit seinen Teamkameraden im Deckungsverband aufopferungsvoll agierte. Zudem war Haui bei den Schützen der Gäste im Kopf, die immer fahriger und nervöser wurden. Ihre Laufwege waren nicht mehr so konsequent und so mussten sie einige Angriffe neu aufbauen. Da stand die DHK-Defensive schon bereit. Da auch unser Angriff immer wieder wichtige Treffer erzielte, führte unsere Mannschaft immer mit drei oder vier Toren.
Kühle norddeutsche Köpfe in der Schlussphase
Nur beim 34:32 durch den rackernden Kunst, schien noch einmal ein Krimi a la Idraetshallen möglich. Denn es leuchteten noch sechs Minuten und sechs Sekunden auf der Anzeigentafel unserer Heimstätte auf. Doch Jonas mit einem schnellen Treffer nur neun Sekunden später zum 35:32 senkte den hohen Puls aller Beteiligten erfreulicherweise. Als Lukas Meckel auf gegnerischer Seite nach einem Foul zurecht eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte und diese sofort sportlich akzeptierte, legte Mathias das 36:32 nach. Knapp vier Minuten vor Schluss parierte Haui, dem 17 seiner insgesamt 21 Paraden in der zweiten Halbzeit gelangen, einen Strafwurf von Kunst und zog den Gästen so endgültig den Zahn. Zwar erzielte Kunst noch das 36:33, doch unsere Mannschaft behielt in der Endphase die typisch norddeutschen kühlen Köpfe. Dem in der Deckung in der zweiten Halbzeit überragenden Addi war es dann fünf Sekunden vor der Schlusssirene vorbehalten, zum umjubelten 37:33 Endstand einzuwerfen. „Ich bin so stolz auf die Mannschaft. Sie hat ein tolles Spiel gemacht. So haben wir wieder frühzeitig den Klassenerhalt geschafft. Im Angriff haben wir in der ersten Halbzeit ein überragendes Spiel gemacht. Da haben wir sogar noch viele Chancen ausgelassen. In der Abwehr waren wir in der ersten Halbzeit nicht gut, zwanzig Gegentore sind zu viel. Da bin ich dann auch der Trainer, der an der Seitenlinie unzufrieden ist und motzt. Aber das muss ich auch, denn wir haben eine junge Mannschaft, die noch lernt und das besser machen muss. Denn wir wollen uns ja weiterentwickeln. So wollen wir auch versuchen, noch einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen“, sagte Magnus nach der Partie. Unser Trainer ergänzte dann noch. „In der zweiten Halbzeit haben wir nur noch 13 Gegentore bekommen. Da haben wir uns in der Abwehr sehr gesteigert. Das war gut“, sagte Magnus. Unser ehemaliger Rechtsaußen Stefan Wuzella, Zwillingsbruder unseres Co.-Trainers Daniel Wuzella, war an einem für ihn spielfreien Wochenende aus seiner Heimat Österreich an der dänischen Grenze zu Besuch und brachte es auf den Punkt. „Es war ein tolles Spiel. Ich bin sehr zufrieden“, sagte Stefan mit einem schelmischen Lachen und feierte danach den Klassenerhalt mit seine ehemaligen Teamkameraden. Jörn Saemann
DHK Flensburg: Hauenstein (21/1 Paraden), Haidu (3 Paraden), Schmitt – Niestroj (1), Günther (1), Schlott (4), Hansen, Adam (3), Knutzen (11), Mau, Lorenzen (5/1), Westphalen (2), Koscielski (3), Sonne Domino (2), Rithaphorn (4), Schulte (1).
SV 04 Plauen-Oberlosa: Foluszny (8 Paraden), Ebert (1 Parade) – Stäglich, Kunst (10/1), Jezernik (4), Ernst, Tektel, Chobot (1), Schauer (3), Meckel (5), Olkowski (6), Malta, Puljic (4), Naumann.
Schiedsrichter: Bahr/Buldmann
Zuschauer: 417