DHK erwartet das Topteam Empor Rostock
Der DHK Flensborg hat am Samstagabend eine ganz besondere Partie zu bestreiten. Nicht nur, dass es gegen das Topteam HC Empor Rostock geht, das Kräftemessen mit dem Traditionsclub, der vor allem in der ehemaligen DDR Handballgeschichte schrieb, steht auch im Zeichen des Tag der Youngster. „Für viele unserer jungen Spieler und auch aus dem Umfeld, ist es eine Rückkehr in die „Hölle Nord“ Wikinghalle. Da unsere eigentlich Heimhalle ja die Idraetshallen ist, hat dieses Spiel in Handewitt für uns alle eine ganz besondere Bedeutung“, sagt unser Trainer Magnus, der ebenfalls an seiner alte Wirkungsstätte zurückkehrt. „Ich habe ja das Junior-Team und die A-Jugend Bundesliga gleichzeitig trainiert. Und früher auch schon die C-Jugend der SG Flensburg-Handewitt“, sagt unser Trainer mit Vorfreude auf das Duell gegen den HC Empor Rostock, dass am Samstagabend um 19.30 Uhr in der Wikinghalle also Spannung auf allen Ebenen verspricht.
Respekt vor dem nach oben strebenden Traditionsclub
Auf sportlicher Ebene weiß Magnus um die Schwere der Aufgabe, die alleine durch die deutliche 21:32 Hinspielschlappe in Mecklenburg-Vorpommern klar wird. „Rostock hat einen Altersdurchschnitt, wie ihn eine echte Männermannschaft hat. Sehr viele Spieler sind schon lange dort und sind dementsprechend eingespielt. Für mich hat Rostock auch die beste Abwehr der 3. Liga Nord-Ost. Sie lieben es zu verteidigen und so ihre Spiele zu gewinnen“, sagt unser Coach zu absoluten Stärke der Gäste. „Mit Robert Wetzel und Leon Mehler haben sie dahinter auch zwei überragende Torhüter, die sicherlich auch hochklassiger spielen könnten“, ergänzt Magnus. Mit 593 Gegentoren stellt der HC Empor derzeit die beste Defensive. Allerdings haben sie gegenüber dem Ligaprimus MTV Braunschweig (598 Gegentore) eine Partie weniger ausgetragen. Doch gegenüber den anderen Teams der Nord-Ost Staffel, sind die Mecklenburger im Schnitt in der Abwehr auf Rang zwei. Und diese Platzierung haben die Gäste in der Gesamttabelle weiter im Blick. Auch wenn es am vergangenen Wochenende eine 20:25 Heimpleite gegen den direkten Konkurrenten EHV Aue gab und der Rückstand zum neuen Tabellenzweiten auf vier Punkte anwuchs. „Rostock wird weiter um den Aufstieg mitspielen wollen. Sie haben ja das Ziel, wieder in die 2. Bundesliga zurückzukehren. Und sie haben die Mannschaft dafür. Vor allem auf Außen, haben sie entscheidende Spieler“, sagt Magnus warnend vor der Offensivstärke des HC Empor. „Kay Funke und Matheus Diaz sind dort die absoluten Schlüsselspieler. Zudem ist Rostock in der 3. Liga am Kreis wohl am besten besetzt. Neuzugang Juri Richter und Michl Reichhardt sind dort sehr gefährlich. Reichhardt kann dabei auch im Rückraum spielen. Doch der überragende Kreisläufer ist für mich Dennis Mehler. Er ist eigentlich viel zu gut für die 3. Liga und müsste höherklassig spielen. Doch er kommt aus der Region Rostock und scheint sich dementsprechend wohl zu fühlen“, sagt Magnus über einen weiteren Schlüsselspieler der Gäste. Im Rückraum warnt unser Trainer vor einem durchsetzungsstarken Quintett. „Auf der Rückraum Mitte ist der Österreicher Julian Pratschner sehr spielstark. Im linken Rückraum ist Elias Gansau ein absoluter Leistungsträger. Und Julius Siegler ist dort ein junger dynamischer Spieler. Im rechten Rückraum übernimmt Alexander Schütze seit dieser Saison immer mehr Verantwortung und wir dabei von Neunzugang Finn Scheminski unterstützt, der aus Stralsund nach Rostock gekommen ist“, ergänzt Magnus den breiten und starken Kader des HC Empor Rostock.
Mit Wiedergutmachung und Rückenwind der Hölle Nord überraschen
Unser Trainer weiß aber auch, dass mit eigenem guten Deckungsspiel und einer konzentrierten Angriffsleistung, den Gästen große Probleme bereitet werden können. „Wir sind nicht der Favorit und wollen uns nach der Derbyniederlage bei Eider/Harde ganz anders präsentieren. Wir wollen so eine Leistung wie gegen Hildesheim zeigen. Wenn wir in der Abwehr gut stehen und durch Ballgewinne die sogenannten leichten Tore erzielen können, dann haben wir wieder die Chance auf eine Überraschung“, sagt unser Trainer voller Überzeugung. Wie im Hinspiel und auch am vergangenen Freitag in Hohn, muss dabei aber ein jeweiliger Zehn-Minuten-Blackout vermieden werden, der unsere Mannschaft um Zählbares bringt. Doch auch Rostocks Trainer Michael Jacobsen will sicherlich die beiden wichtigen Punkte im Kampf um den Aufstieg in die 2. Bundesliga an seiner alten Wirkungsstätte holen. Der Däne war viele Jahre für das Junior-Team und die Jugendmannschaften als sportlicher Leiter und Trainer in der SG-Akademie verantwortlich und coachte drei Partien auch als Interimstrainer die Profi-Mannschaft der SG Flensburg-Handewitt in der Bundesliga und Champions League. „Ich habe noch regelmäßig Kontakt mit Michael und es ist auch ein kleines Duell zwischen uns. Und dabei wollen wir vom DHK ihn und seine Mannschaft überraschen. Ich freue mich auf das Wiedersehen mit Michael“, sagt Magnus lächelnd. Inzwischen hat er als Michaels Landsmann die Positionen in der SG-Akademie inne. Geschichten in der Hölle Nord hat der Handball immer wieder geschrieben. Natürlich hat auch unser Co.-Trainer Daniel Wuzella für die Jugendmannschaften und das Junior-Team in Handewitt gespielt. Aber vor allem in unserem Umfeld, ist die Wikinghalle Kult. Unser Manager Sport, Tjark Desler, durchlief dort viele Jugendmannschaften der SG. Sein Vater Wilfried Desler ist in der Wikinghalle eine Legende. Erzielte er für die SG Weiche-Handewitt in der Bundesliga ein Tor, dann gellte es in den 1980er Jahren lauthals „Willllliiiii“ durch die Hölle Nord. Schon als Kinder waren unsere beiden Geschäftsführer Tobias Dahm und Peter Stotz für die SG Weiche-Handewitt und später für die SG Flensburg-Handewitt aktiv. „Wir haben beide als jeweils siebenjährige in der Wikinghalle mit dem Handball für die SG Weiche-Handewitt angefangen. Tobi 1985 und ich 1987. Denn wir sind zwei Jahre auseinander. Wir haben alle Jugendmannschaften der SG durchlaufen und später auch für das Junior-Team der SG Flensburg-Handewitt in der 2. Bundesliga gespielt. Tobi blieb bis 2003 und ich bis 2005. Wir bekommen Gänsehaut, wenn wir daran denken, dass wir beide solange für den DHK dabei sind und nun in die Halle zurückkehren, wo für uns alles angefangen hat. Wir freuen uns auf das Event Tag der Youngster und auf ein tolles Spiel“, sagt Stotzi mit bewegter Stimme und „fiebert“ der Rückkehr in die heiße Hölle Nord entgegen. „Ich hoffe, dass aus Flensburg, Handewitt und der ganzen Umgebung viele Handballfans kommen und diese Kultstätte vollmachen. Mit der Unterstützung der Zuschauer wollen wir dann ein gutes Spiel machen und die Überraschung unbedingt schaffen“, ergänzt unser Trainer Magnus die Bedeutung der Partie und des Events. Jörn Saemann