Zwei Punkte in Leipzig sind „das klare Ziel“ in Leipzig
DHK will lange Rückfahrt mit einem Sieg feiern
Der DHK Flensborg hat zuletzt einige verdiente Punkte in der 3. Liga Nord-Ost liegengelassen. Aufgrund einer zu schwachen Chancenverwertung, gab es gegen die Top 6 Teams HC Empor Rostock (37:38), Füchse Berlin II (34:38) und TSV Altenholz (29:32) äußerst unglückliche Niederlagen. Seit vier Partien ohne Punktgewinn, schmolz der Vorsprung unserer Mannschaft auf vier Punkte vor einem Abstiegsplatz zusammen. Für unseren Trainer aber kein Grund, in Panik zu verfallen. „Wir haben tolle Spiele gezeigt und waren auf Augenhöhe mit den Spitzenmannschaften. Jetzt geht es gegen Teams, die in der Tabelle hinter uns stehen. Und diese Spiele wollen wir gewinnen. Ich habe großes Vertrauen in unsere Mannschaft“, sagt Magnus vor der Partie am Samstag (16.30 Uhr), beim 3. Liga Schlusslicht SC DHfK Leipzig II. Trotz allem eigenen Selbstvertrauen, geht Magnus die Reise nach Sachsen mit Demut an.
Leipzig II besser als der Tabellenstand
„Es ist für mich überraschend, dass Leipzig nach der Hinrunde ohne Punkte dagestanden hat. Sie haben eine sehr talentierte Mannschaft, in der auch ein paar erfahrene Spieler sind. Aber sie haben insgesamt eine ebenso jungen Mannschaft wie wir, die bis zum Winter sehr viel gelernt hat. Deshalb sind sie in der Rückrunde auch viel stärker und somit besser, als es der Tabellenstand aussagt“, sagt Magnus mahnend über die Zweitvertretung des Bundesligaschlusslichts. Mit 7:45 Punkten beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer für die Sachsen offiziell acht Zähler. Da am Samstag, die Konkurrenten der HSG Ostsee und des Oranienburger HC direkt aufeinandertreffen, ist der Abstiegs aber schon besiegelt. „Wir werden Leipzig aber keinesfalls unterschätzen. Sie haben ein Nachwuchsleistungszentrum, dass in Deutschland hoch anerkannt ist“, sagt Magnus und fordert sechzig Minuten Konzentration. „Wir müssen uns an unseren Gameplan halten“, ergänzt unser Coach. Ein gutes Omen ist es vielleicht, dass ausgerechnet beim 37:31 Heimsieg in Idraetshallen der Re-Start für unseren DHK Flensborg gelang. Im November vergangenen Jahres stand unsere Mannschaft nach neun Partien ohne Sieg auf einem Abstiegsrang und das Heimspiel gegen die Sachsen wurde von Magnus als „Vier-Punkte-Spiel“ bezeichnet. Und die Lehren aus den vier Begegnungen ohne Sieg gegen die 3. Liga Topteams, sollen in Leipzig in einen Auswärtssieg umgemünzt werden. „Leipzig hat viel aus der Hinrunde gelernt. Diese sehr junge Mannschaft hat mehr Erfahrung gesammelt, die sie jetzt in der Rückrunde zeigen. Sie haben vor kurzem zwar klar in Rostock verloren, aber beim 37:31 mit einem klaren Sechs-Tore-Sieg bei Eider/Harde überrascht. Zuletzt haben sie einen Punkt in Barmbek geholt“, sagt Magnus über das Leipziger 36:36 vom Vorwochenende in Hamburg. Dort führten die Sachsen elf Minuten vor Schluss noch mit 34:30 Toren.
Spielstarke Gastgeber mit vielen Torerfolgen
Der Grund, warum die Gastgeber auf dem letzten Tabellenplatz als Absteiger feststehen, besteht darin, dass sie als einziges Team über 900 Gegentreffer kassierten. Die insgesamt 937 Gegentore bedeuten für die Defensive ebenfalls den abgeschlagenen letzten Platz in diesem Ranking. Dagegen sind die spielstarken Sachsen mit vielen Torerfolgen von exakt 801, im breiten Mittelfeld der 3. Liga Nord-Ost. Unser DHK traf nur 14-mal mehr. Dies liegt am ausgeglichenen Kader des SC DHfK Leipzig II. Ihr bester Torjäger Franz Häcker, steht mit 153 Treffern, darunter 41 verwandelten Strafwürfen, auf einem hervorragenden siebenten Rang. Ihm folgt mit 108 Toren, allesamt aus dem Feld, Nick Volmert als zweitbester Schütze. Ben Kremen ist aus dem Feld ebenfalls überragend und bringt es auf 92/1 Torerfolge. Linksaußen Caspar Gauer, vor dem Magnus im Hinspiel warnte, kam bisher auf nur 16 Partien. Dafür sind seine 70/4 Treffer aber eine beeindruckende Vita. Jugendnationalspieler Gauer ist inzwischen fester Bestandteil des Bundesligateams, dass mit aller Macht den Klassenerhalt in der Beletage des deutschen Handballs erreichen will. Rune Klecar mit 69 Toren in zwanzig Partien, hat ebenfalls eine sehr gute Entwicklung in der U 23 des SC DHfK Leipzig gemacht, die mit Janne Pietrusky (62) und Nils Zimmermann (59/3) zwei weitere Leistungsträger in ihren Reihen hat. Das genannte Septett, bringt es auf satte 613 der bisher 801 Leipziger Saisontore. Unser DHK Flensborg ist also gewarnt.
Mit eigener Stärke den Auswärtssieg fest im Blick
Doch Magnus schaut auf die eigene Stärke in unseren Reihen. „Thilo ist mit dabei, da die Profis der SG Flensburg-Handewitt ein Spielpause haben. Er ist sehr wichtig für unsere Mannschaft. Das er nächste Saison nach Malmö in die erste schwedische Liga geht, sehe ich mit einem lachenden und weinenden Auge. Lachend, da er der SG erhalten bleibt und den nächsten Schritt in die Professionalität wagt und damit die Wichtigkeit unserer Kooperation bestätigt. Weindend, da ich ihn seit über vier Jahren hier in der SG-Akademie und beim DHK ständig begleiten durfte. Malmö bekommt einen tollen Handballer und vor allem einen tollen Menschen“, sagt Magnus über unseren jungen Leistungsträger, der selbst schon während der Woche nach dem Training mit den Profis der SG sagte, „ich habe Bock auf das Spiel mit dem DHK.“ Außer unserem Langzeitverletzten Arv, geht es also mit voller „Kapelle“ am Freitag in Richtung Sachsen. „Wir werden, wie bei den letzten Spielen in dieser Region, wieder einen Tag vorher anreisen. Wir wollen nichts dem Zufall überlassen und sind bestens vorbereitet. Das Ziel ist ganz klar. Wir wollen zwei Punkte. Wir wolen dann eine tolle Rückfahrt haben und im Bus einen Auswärtssieg feiern“, sagt Magnus mit vollem Fokus. So soll der erste entscheidenden Erfolg für den Klassenerhalt im wahrsten Sinne des Wortes „Eingefahren“ werden. Jörn Saemann