Skip links

Verkehrs- und Materialstockungen und ein enges Spiel

DHK und SC Magdeburg II trennen sich mit gerechtem Remis

DHK Flensborg – SC Magdeburg II 34:34 (18:18)

Der DHK Flensborg wartet seit vier Partien auf einen Sieg. Die Mannschaft von Magnus Frisk Jensen trennte sich am Samstagabend mit einem 34:34 (18:18) Unentschieden vom SC Magdeburg II. Es war ein gerechtes Remis in Idraetshallen und das nach einem wahren Handballkrimi. Und der Krimi nahm schon vor dem für 17 Uhr geplanten Anpfiff seinen Lauf. Denn die Gäste waren acht Stunden in Richtung Flensburg unterwegs. Somit war es nach dem MTV Braunschweig vor drei Wochen, schon das zweite Team, dass nicht rechtzeitig zum Anpfiff in der Moltkestraße ankam. „Wir sind Morgens um 9 Uhr losgefahren“, sagte SCM-Trainer Christoph Theuerkauf, der einst selbst als Profi für die Magdeburger spielte und der mit seinen Spielern und Staff um 17.07 Uhr die Halle betrat.

Rune Hauenstein mit einem herausragenden Start in die Partie

Zu Beginn der Partie Tempo vom DHK

Die Anfangsphase der um 17.20 Uhr angepfiffenen Begegnung gehörte zunächst dem DHK. Gegen die gefühlt noch im Bus befindlichen Gäste machte unser Team mächtig Tempo. Dazu hielt unser Torhüter Haui die ersten drei Würfe der Magdeburger, darunter einen 7-Meter von Pablo Lange. Somit leitete er das schnelle Umschaltspiel entscheidend mit ein. Über das 3:0, durch Treffer von Adrian, Schulle und Arv, setzte sich der DHK in der siebenten Minute mit 5:1 ab. Danach kamen die Gäste aus der Magdeburger Börde besser in die Partie. Das starke Rückraumtrio um Mittelmann Leon Bahr und seine auf den Halbpositionen agierenden Mitspieler Sebastian Bialas (links) und Niklas Döbbel (rechts), verschob im Angriff geduldiger. Zwar war unsere Deckung sehr aufmerksam, doch durch zwei Zeitstrafen in den Folgeminuten auch geschwächt. So verkürzte der SC Magdeburg Mitte des ersten Durchgangs zum 9:7 Zwischenstand. Als Thilo auf 10:7 erhöhte, quittierte das rechte Tor in unseren Idraetshallen zunächst seinen Dienst. Der rechte Torpfosten und das Tordreieck waren angebrochen. So war eine sehr lange Unterbrechung vonnöten, um den Schaden am Gehäuse zu beheben.

Handwerksarbeiten am defekten Tor

Nach der Zwangspause zunächst den Faden verloren

Denn es dauerte satte 45 Minuten, bis es endlich wieder losging. Und bei unserer Mannschaft war, wie beim Gehäuse auf Höhe der Anzeigentafel, ebenfalls ein Bruch im Spiel. Zwar hielt Haui den ersten Ball nach Wiederanpfiff, doch im DHK-Angriff schlichen sich danach unnötige Ballverluste ein. Dazu war das Rückzugsverhalten, was gegen die starke Magdeburger Offensive vorher sehr gut klappte, zu langsam. Dies nutzten die Gäste um viele einfache Tore zu erzielen. So gab es binnen zehn Minuten einen 4:9 Negativlauf unserer Mannschaft. Dies führte zu einem 14:16 Rückstand und einer Auszeit durch Magnus und Daniel. Diese fruchtete und gestützt auf tolle Paraden von Haui, drehte der DHK von zwei Toren minus auf zwei Tore plus. Zweimal Schulle, sowie Thilo und Jonas warfen einen 18:16 Vorsprung heraus. Doch in den verbleibenden neunzig Sekunden der ersten Hälfte traf Magdeburgs Spielmacher Leon Bahr zunächst zum 18:17 Anschluss und der überragende Linksaußen Pablo Lange zum 18:18 Halbzeitstand.

Nach der regulären Pause lange einem Rückstand hinterhergelaufen

Nach dem Wechsel ging der Handballkrimi weiter. Und diesmal hatten die Gäste den besseren Start. Sie nutzten ihre ersten drei Chancen erfolgreich, während unsere Spieler ihre liegenließen. So geriet der DHK mit 18:21 in Rückstand. In der Folgezeit musste sich unser Team gegen die bewegliche Magdeburger Deckung jeden Treffer hart erarbeiten, obwohl diese durch eine rote Karte für Phileas Daniel geschwächt schien. Doch SCM-Keeper Willi Lücke lief in dieser Phase zur Höchstform auf und wehrte einige Bälle sehr stark ab. Bis zum 22:25 hatte die Drei-Tore-Hypothek bestand (43.). Durch zwei schnelle Gegentreffer in Folge wuchs der Rückstand binnen sechzig Sekunden gar auf 22:27 an. Doch der DHK Flensborg wäre nicht der DHK Flensborg, wenn er den Kopf in den Sand stecken würde. Ein Doppelschlag von Adrian milderte zum 24:27, dass Kämpferherz unserer Mannschaft fing wieder richtig Feuer. Nach dem 24:28 durch Bahr, hielten Marc und Arv dagegen und verkürzten zum 26:28. Dies waren erstmals wieder nur zwei hoffnungsvolle Treffer Differenz. Und als Mathias beim 27:28 den Anschluss erzielte, wurde unsere Idraetshallen immer lauter.

Schlussphase Idraestshallen-Like

Und es wurde in den letzten zehn Minuten auch immer spannender. Die Gäste, angeführt vom in dieser Phase überragenden Duo Sebastian Bialas und Leon Bahr, kamen aus der Rückraum Mitte und von halblinks immer wieder zur Torerfolgen. So legten die Gäste beim 27:29 und 28:30 wieder zwei Tore vor. Nach dem 29:30 durch Mathias, waren die Magdeburger dann durch Einzelaktionen des SCM-Duos weiter erfolgreich. So ging es hin und her. Minus eins und minus zwei aus DHK-Sicht. Beim 32:34 durch Bialas, 45 Sekunden vor Schluss, schienen die Gäste auf der Siegerstraße. Doch wieder bäumte sich unsere Mannschaft auf. Mathias antwortete nur sechs Sekunden später mit dem 33:34 und im folgenden Angriff verloren die Gäste den Ball. Magnus und Daniel nahmen ihre finale Auszeit für den finalen Angriff. Diese wurde schnell gespielt und der Ball nach Rechtsaußen zu Arv abgeräumt. Unser Flügelspieler behielt die Nerven und traf zum umjubelten 34:34 Ausgleich. Christoph Theuerkauf nahm seine letzte Auszeit vier Sekunden vor Ultimo. Doch unsere Mannschaft konnte den vorstürmenden Bialas so auf Distanz halten, dass dieser keinen entscheidenden Wurf mehr anbringen konnte und so weit oben rechts vorbei zielte. Der Rest war Jubel bei unseren Spielern, für den spät erkämpften Punkt. Das Remis wurde den sechzig Minuten damit gerecht. Jörn Saemann

Christoph Theuerkauf (Trainer SCM 2)

DHK Flensburg: Schmitt, Hauenstein – Niestroj (1), Günther, Schlott, Kinsky (4), Knutzen (8/1), Mau (1), Lorenzen (1), Westphalen (4), Koscielski (1), Sonne Domino (3), Rithaphorn (5), Schulte (6).
SC Magdeburg II: Stieglitz, Lücke – Kleinsteuber (2/1), Thielke, Liehr, Bahr (5), Hensen (1), Elze (1), Meyer, Heiß (1), Daniel (1), Lange (8/2), Bialas (8), Döbbel (4), Hammer (3).
Schiedsrichter: Bahr/Buldmann
Zuschauer: 357

Stimmen zum Spiel:

Christoph Theuerkauf (Trainer SC Magdeburg II):

Wir kommen zu spät und ihr musstet warten. Dann geht das Tor kaputt und wir mussten warten. Ich bin jetzt 41 Jahre alt, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt. Wir haben uns im Bus schon die Tapes angelegt, so mussten wir uns vorbereiten. Die ersten sechs, sieben Minuten waren wir dann noch nicht da, das hat man gesehen. Dann kommt für uns Gott sei dank die Unterbrechung. So konnten wir den Neustartknopf drücken. Aufgrund der Führung, kann man sich vielleicht insgesamt ärgern. Aber wir sind jetzt fünf Spiele ungeschlagen. Und unter den Umständen, bin ich mit dem Spiel und Ergebnis zufrieden.

Magnus:

Man spürt wie ausgeglichen die Mannschaften in der 3. Liga sind. Die letzten beiden Spiele gegen Magdeburg haben wir ganz knapp mit einem Tor gewonnen. Deshalb wussten wir auch, wie schwierig es heute wieder wird. Magdeburg hat eine tolle junge Truppe. Wir haben über sechzig Minuten daran geglaubt, erfolgreich zu sein. Wir haben besser angefangen, nach dem Break war Magdeburg dann besser. Das 18:18 zur Halbzeit war gerecht. In der zweiten Halbzeit haben wir dann einen schweren Anfang gehabt und uns vorne und hinten in den Eins gegen eins Situationen nicht gut angestellt. In den letzten 15 Minuten haben wir zwar ein paar Riesenchancen ausgelassen, aber ich bin stolz, wie die Mannschaft zurückgekommen ist und sich mit dem Punkt belohnt hat.

Arv: Es war vor dem Spiel und in der ersten Halbzeit schwierig, den Fokus bei der Warterei zu behalten. Aber spätestens ein paar Sekunden nach dem Anfang der zweiten Halbzeit war der Fokus wieder voll da. Beim letzten Angriff hat die Erfahrung von Schulle sehr geholfen und so konnte ich der Mannschaft helfen, als ich das Ding reingemacht habe.

Bilder: SPEEDPhotos.de