DHK muss sich unglücklich dem TSV Altenholz beugen
DHK Flensborg – TSV Altenholz 29:32 (14:13)
Der DHK Flensborg hat gegen einen der Top 6 Gegner der 3. Liga Nord-Ost erneut ein Topspiel geboten. Doch wie schon beim 37:38 gegen den HC Empor Rostock und dem 34:38 gegen die Füchse Berlin II, verpasste es unsere Mannschaft, sich in heimischen Idraetshallen zu belohnen. Denn im Kooperationsderby“ musste sich der DHK dem TSV Altenholz unglücklich mit 29:32 (14:13) Toren beugen.
Nach Fehlstart die Sicherheit gewonnen und fokussiert geblieben
Der Frühstart in die Partie ging für unsere Mannschaft daneben und sie lag nach fünf Minuten mit 0:3 im Hintertreffen. Die ersten vier Würfe ging nicht auf das Altenholzer Tor, sondern daneben. Zunächst war unseren Schützen der Respekt vor TSVA-Keeper Tom Landgraf anzumerken, der sie schon bei der klaren 26:35 Hinspielniederlage im vergangenen November entnervt hatte. Unser DHK konnte sich aber auch auf seinen Rückhalt zwischen den Pfosten verlassen. Haui verlieh der vor ihm postierten Deckung Sicherheit. Gestützt darauf wurden die Aktionen im eigenen Angriff druckvoller und präziser. Elf Minuten später konnte der Rückstand durch den fünften Treffer von Mathias in eine 7:5 Führung gedreht werden. Danach entwickelte sich eine typische Partie der Marke „Idraetshallen-Like“. Denn die 574 Zuschauer in der heimischen Moltkestraße sahen ein 3. Liga Spiel der Extraklasse und somit Derby pur. Es ging hin und her, wobei der DHK stets in Führung lag. Zum Teil war unsere Mannschaft mit drei Toren vorne. Doch auch der TSV Altenholz kam zu seinen Toren und konnte auf einen Treffer verkürzen. Nach dem 14:11 durch Freddy, der vier Minuten vor der Pause ins leere Altenholzer Gehäuse traf, verpasste es unsere Mannschaft, diese Differenz zu halten. TSVA-Torjäger Nicolas Kahmke, den unsere Abwehr sehr gut im Griff hatte und Simon Seebeck, konnen dadurch zum 14:13 Halbzeitstand verkürzen. „Damit waren wir sehr gut bedient“, gab TSVA-Trainer Torge Greve zu. „Ich hatte das Gefühl, dass eine Drei-, oder Vier-Tore-Führung verdient gewesen wäre“, sagte unser Coach Magnus.
Schwierige Anfangsphase in der zweiten Halbzeit
Der zweite Durchgang begann wie die erste Halbzeit. Im Angriff agierte der DHK Flensborg zu fahrig und scheiterte erneut mehrfach am überragenden Tom Landgraf im TSVA-Tor. So ließen die Gastgeber beste Chancen liegen und erzielten in den ersten neun Minuten nach Wiederbeginn nur zwei Treffer. Nach dem 16:14 und einer Zeitstrafe gegen Morten Dibbert auf Seiten der Gäste, ging der Schuss für unseren DHK aber förmlich nach hinten los. Denn Ole hatte sich bei einem Zusammenprall in der eigenen Deckung am Knie verletzt und musste fortan passen. Zudem kassierte kurz nach Dibbert auf unserer Seite Schlotti seine dritte Zeitstrafe und war nach der roten Karte ebenfalls nicht mehr einsetzbar. Dies nur nutzten die Gäste zu ihrem ersten 4:0 Lauf. Sie nutzten die sich bietenden Möglichkeiten besser und rissen beim 16:18 die Führung wieder an sich. Der Offensive des DHK fehlte auch danach die entscheidende Durchschlagskraft. In der eigenen Abwehr wurde aber leidenschaftlich gekämpft, so dass die Partie hin und her wog. Beim 22:23 Mitte der zweiten Halbzeit, stand das Spiel auf des Messers Schneide.
Altenholzer Routine gibt den Ausschlag
Dann fand das Altenholzer Spielmacherduo Hannes Glindemann und Julius Schneider die entscheidenden Lücken in unserer Deckung. Vor allem der erfahrene Glindemann riss das Spiel förmlich an sich und erzielte sechs seiner sieben Tore im zweiten Durchgang. Gemeinsam mit Schneider spielte er schnelle Kreuzungen. So gab es den zweiten 0:4 Negativlauf aus Sicht unseres DHK Flensborg. Zweimal Glindemann, einmal Schneider und Kahmke, erhöhten neun Minuten vor Ultimo auf 22:27. Unsere Mannschaft bäumte sich noch einmal gegen den Fünf-Tore-Rückstand auf. Tom traf schnell zweimal zum 24:27. Doch die Gäste erzielten immer wieder ein Tor, so dass unsere Mannschaft zumindest immer vier Treffern hinterherlaufen musste. Mit Lukas Hase, Simon Seebeck und erneut Glindemann, erzielten immer wieder Routiniers in Reihen des TSV Altenholz diese wichtigen Tore. Nach dem 26:30 war ein Doppelschlag von Mathias zum 28:30 zu spät. Am Ende stand die 29:32 Niederlage.
Kurz ärgern und wieder positiv nach vorne schauen
Kurz nach der Partie wurde die Niederlage schon aufgearbeitet. „Wir haben uns sehr gut an das Konzept von Magnus und Daniel gehalten und das umgesetzt, was wir trainiert haben. Leider war die Fehlerquote zu hoch und im Angriff haben wir zu viel verworfen. Gegen Rostock, Berlin und jetzt gegen Altenholz, haben wir zu viele Chancen vergeben und somit Punkte liegengelassen. Sonst hätten wir den Klassenerhalt schon längst erreicht. Das es noch nicht geklappt hat, nervt“, sagte unser Spielmacher Marc nach dem Abpfiff. Unser Co.-Trainer Daniel haderte ein wenig mit dem Spielausgang. „Wenn man ein Spiel verliert tut das weh. Aber wenn man ein Derby verliert, dann nervt mich das persönlich einfach nur. Ich mag es nicht, Derbys zu verlieren.“ Gästetrainer Torge Greve, der schon für den TSV Altenholz als Spieler in der 2. Bundesliga spielte und im Bundesligaunterhaus auch schon bei uns im ganz hohen Norden für unsere Nachbarn von der HSG Tarp-Wanderup aktiv war, atmete nach dem Spiel erleichtert durch. „Wir sind heute der glückliche Sieger. Das Spiel hätte auch Unentschieden ausgehen können. Und der sympathische gebürtige Rendsburger fügte hinzu. „Ich freue mich auf die Derbys im nächsten Jahr. Ihr macht hier so gute Arbeit und die Spiele hier in der Halle bringen so viel Spaß. Es ist immer eine tolle Stimmung. Das ist ein Lob an Euch“, sagte Torge abschließend. Unser Trainer war nach der Partie trotz der Niederlage nicht unzufrieden. „Das war ein tolles Spiel, dass sehr viel Spaß gemacht hat. Wir haben gehofft, wie im letzten Jahr, hier mit zwei gewonnen Punkten zu stehen. Die Knieverletzung von Ole und die rote Karte nach seiner dritten Zeitstrafe gegen Mats zu Anfang der zweiten Halbzeit haben uns heute einige Möglichkeiten gekostet. Es ist sehr schade, dass es am Ende nicht zu Punkten für uns gereicht hat“, sagte unser dänische Trainer und frisch gebackener Vater, der nur wenige Minuten später schon wieder positiv und kämpferisch nach vorne schaute. „Wir spielen jetzt gegen Gegner, die in der Tabelle hinter uns stehen. Da wollen wir zeigen, was wir können und gewinnen“, sagte Magnus mit Blick auf die Partien beim SC DHfK Leipzig II und gegen den SV 04 Plauen-Oberlosa. Danach genoss er es dann lächelnd in Idraethallen, seinen vielen Bekannten Babyfotos auf seinem Handy zu zeigen. Jörn Saemann
DHK Flensburg: Hauenstein, Haidu, Schmitt – Niestroj (2), Günther (1), Schlott, Hansen, Adam (1), Mau (1), Lorenzen (7/3), Westphalen (2), Koscielski (1), Sonne Domino (13), Rithaphorn, Schulte (1).
TSV Altenholz: Saggau, Landgraf – Schneider (4), Seebeck (5/1), Meereis (5), Bornhöft, Szilagyi (3), Linus Dahmke (1), Bergemann (2), Dibbert, Glindemann (7), Hase (2), Kahmke (3), Johnsen.
Schiedsrichter: Bendel/Schulte-Coerne
Zuschauer: 574