DHK nach gutem Beginn konfus
HSG Eider Harde – DHK Flensborg 39:32 (21:14)
Der DHK Flensborg hat auch im vierten Derby hintereinander in der 3. Liga Nord-Ost gegen die HSG Eider Harde nicht gewinnen können. Das Team von Magnus und Daniel unterlag am Freitag im mit Spannung erwarteten Duell gegen den Nachbarn aus Hohn klar und auch in der Höhe verdient mit 32:39 (14:21) Toren. „Heute war keiner bereit für dieses Derby. Keiner hat die Leistung gezeigt, die für so ein Spiel nötig ist“, sagte Daniel nach der Partie enttäuscht und gemeinsam mit Magnus nachdenklich auf der Bank in der Werner-Kuhrt-Halle in Hohn. „Körperlich und mental war heute keiner bereit. Die Mannschaft hat sich nicht an die Absprachen gehalten. Daniel und ich haben uns die ganze Woche mit einem klaren Plan auf dieses Derby vorbereitet und so viel investiert. Und dann lässt die Mannschaft alles vermissen, um das Umzusetzen“, sagte Magnus verständlich sauer nach sechzig Minuten.
Abwechslungsreicher Beginn und gutes Angriffsspiel
Dabei begann die Partie so ganz nach dem Geschmack der Zuschauer. Beide Teams waren zunächst im Derbymodus, wobei die Gastgeber in der Deckung mit der nötigen Härte und Präsenz für ein Nachbarschaftsduell agierten. Keinesfalls unfair, aber eben wacher als unser DHK. Dennoch trug unsere Mannschaft sehr gute Angriffe vor. Wie schon gegen Eintracht Hildesheim, wo unser Team beim 42:39 Heimsieg glänzte, hatten Magnus und Daniel eine Sieben gegen sechs Angriffsformation gewählt und dabei Benni aus dem Tor beordert. So ging es in den ersten Minuten hin und her und es leutete ein 4:4 von der Anzeigentafel der Werner-Kuhrt-Halle (5.). Danach legten die Hausherren zumeist eine Zwei-Tore-Führung vor. „Wir haben vorne ein paar Bälle zu viel verworfen“, sagte Magnus zu der Phase, als unser DHK mit 7:10 (12.) in Rückstand geriet. Dazu trugen aber auch zwei Zeitstrafen gegen uns bei. Wieder vollzählig, stellten Magnus und Daniel für den gegen den starken Eider Harder Angriffswirbel glücklosen Benni nunmehr Haui zwischen die Pfosten. Dieser wehrte sogleichen einen Strafwurf durch Malte Abelmann-Brockmann ab. Durch drei weitere Paraden und gute Abschlüsse von Tom, Thilo und Mathias, glich unsere Mannschaft zum 10:10 aus. Thilo konterte die abermalige HSG-Führung durch den starken Kreisläufer Thore Kjell Heinemann mit einem wuchtigen Wurf aus dem Rückraum zum 11:11 Ausgleich (17.).
Harmloses Angriffsspiel und mangelndes Rückzugsverhalten
Was danach passierte, schockte unser Trainergespann und den DHK-Anhang. Denn im Angriff wurde viel zu schnell abgeschlossen. Vor allem, da keine optimalen Wurfpositionen heraus gespielt wurden und so auch Ballverluste entstanden. „Wir haben so viele technische Fehler gemacht und dann jegliches Rückzugsverhalten vermissen lassen“, bemängelte Magnus die schon spielentscheidende Phase in der ersten Halbzeit. Das 11:15, zehn Minuten vor der Pause, schien noch ertragbar und unsere Trainer zogen die Sicherheitsbremse in Form einer Auszeit. Doch danach agierte unsere Mannschaft noch konfuser und lief den hungrigen Gastgebern, die in ihrer mit 449 Fans prall gefüllten kleinen Halle im Derbymodus durchstarteten, vollends ins offene Messer. Die Achse Sören Hartwich im rechten Rückraum und Thore Kjell Heinemann funktionierte schon von Anpfiff an hervorragend. Dann gesellte sich auch noch Jari Glumm im linken Rückraum dazu. „Sein bestes Spiel seit Wochen“, war von einigen Eider Harde Fans zu hören. Und Glumm schaffte auch immer wieder Freiräume für seine Mitspieler. Die Folge war, dass unser DHK fünf Minuten vor der Halbzeitsirene gar auf 11:19 zurückfiel. Mit dem enttäuschenden 14:21 aus unserer Sicht wurden die Seiten gewechselt.
Nach gutem Beginn erneut den Faden verloren
Mut machte nach dem ersten Durchgang nur der Umstand, dass in den vergangenen beiden Partien die ersten dreißig Minuten stets der HSG Eider Harde gehörte und unser Team in der zweiten Halbzeit wieder zurückkam. Dies schien auch diesmal so, denn der DHK agierte zunächst wesentlich aggressiver. Einem verwandelten Siebenmeter durch Abelmann-Brockmann, stellte unsere Mannschaft drei Treffer durch Tom, Ole und Thilo gegenüber (34.). Nach dem 17:23 durch Kevin Hartmann, hatte unsere Mannschaft das 18:23 auf der Hand und so die Präsenz, die Wende zu schaffen. Doch ein haarsträubender Fehlpass führte zu einem Tempogegenstoß von Glumm, der auf 24:17 für die Gastgeber erhöhte. Bei unserer Mannschaft gingen danach schon die Köpfe runter. Weitere technische Fehler sorgten dafür, dass der DHK knapp zehn Minuten nach Wiederbeginn beim 18:28 durch Heinemann gar mit zehn Toren ins Hintertreffen geriet. „Das einzig Positive ist dann, dass wir Moral gezeigt haben und in der zweiten Halbzeit insgesamt ein Unentschieden herausgeworfen haben“, sagte Magnus über die letzten zwanzig Minuten der Partie, an deren Ende aber das ernüchternde 32:39 aus Sicht unseres DHK Flensborg stand. Und da legte Magnus den Finger noch einmal tief in die Wunde. „Heute haben wir nicht die Werte des DHK Flensborg gezeigt und was den Verein auszeichnet. Wir haben uns so viel für dieses Spiel vorgenommen und uns das Derby völlig anders vorgestellt. Es wurde sich zu neunzig Prozent nicht an die Absprachen gehalten. So eine Leistung kann ich nicht akzeptieren. Damit dürfen wir uns nicht zufrieden geben, dass ist absolut enttäuschend. In der kommenden Woche werden und müssen wir hart und professionell arbeiten, damit so etwas nicht wieder passiert“, sagte Magnus mit klarem Plan auf die Vorbereitung für das am kommenden Samstag stattfindende Heimspiel gegen das Spitzenteam HC Empor Rostock. Jörn Saemann
HSG Eider Harde: Schmidt, Haack – Frahm, Glumm (8), Oettershagen, Hamann (2), Hartwich (9), Heinemann (6), Dau (1), Schneider (2), Kock, Bies (5), Abelmann-Brockmann (4/4), Heckel (2), Rohwer.
DHK Flensburg: Hauenstein, Schmitt – Niestroj (2), Günther (2), Schlott (1), Hansen, Adam (1), Knutzen (7), Mau (3), Lorenzen (5/1), Westphalen (2), Koscielski (1), Sonne Domino (6), Rithaphorn (2), Schulte.
Schiedsrichter: Brandt/Thies
Zuschauer: 449