DHK chancenlos gegen MTV Braunschweig
DHK Flensborg – MTV Braunschweig 24:39 (9:19)
Der DHK Flensborg hat in der noch jungen Saison der 3. Liga Nord-Ost seine erste Niederlage hinnehmen müssen. Und die fiel am dritten Spieltag in heimischen Idraetshallen sehr derbe aus. Mit 24:39 (9:19) setzte es gegen den amtierenden Meister MTV Braunschweig eine richtige Klatsche. „Bei uns klappte einfach nichts. Ja, wir haben gekämpft, aber nie Zugriff auf das Spiel bekommen. Wir haben auch die Abwehr nicht gut hingestellt bekommen. Hut ab vor Braunschweig, die nach dem Stau aus dem Bus gestiegen sind und so eine tolle Leistung gezeigt haben“, sagte Magnus nach der Partie. Und unser Trainer ergänzte sichtlich enttäuscht. „Uns ist sechzig Minuten überhaupt nichts gelungen“. Dabei sprachen vor der Partie gerade die Anreiseumstände dafür, dass unsere Mannschaft gute Erfolgsaussichten hatte. Denn die Gäste standen bei der sieben Stunden andauernd Fahrt sehr lange im Stau auf der A 7 und kamen erst wenige Minuten vor dem planmäßigen Anpfiff in Idraetshallen an. Doch es schien, als hätte unser DHK den Stress des Autobahnstaus zu verkraften. Denn nach dem 1:1 durch Maui, leistete sich der Angriff einen Aussetzer nach dem anderen.
Starke Gästedeckung behagt dem DHK-Angriff nicht
Mit einer 5-1 Abwehr wurde unsere Spielmacherposition um Thilo empfindlich gestört. Viele Blocks der Braunschweiger Abwehr und Ballverluste durch Fehlpässe und zahlreiche technische Fehler unserer Offensive spielten den Gästen in die Karten. Sie mussten nur die Fehler des DHK nutzen. Schon beim 1:4 in der sechsten Minute zog Magnus die Notbremse und nahm seine erste Auszeit. Doch nur kurz trat eine Besserung ein. Mathias wuchtete den Ball vier Minuten später zum 4:6 ein. Doch die Niedersachsen blieben cool und störten weiter die Wirkungskreise unserer Offensive empfindlich. Mit Geduld und Souveränität, wurde dann jeder DHK-Fehler zu weiteren Toren genutzt. Mitte des ersten Durchgangs stand es 5:10. Beim 7:11 durch Adrian Westphalsen, fünf Minuten später, schien sich unser Team noch einmal zu erholen. Doch dann war bis zur Pausensirene Chaos pur in Angriff und Abwehr unserer Mannschaft. Ein 2:8 Negativlauf mündete in einem besorgniserregenden 9:19 Rückstand. Nur der Pfosten verhinderte das zwanzigste Gegentor, als unser ehemaliger Rückraumspieler Melf Hagen per Siebenmeter nur das Gebälk traf.
Auch in der zweiten Halbzeit ohne Chance
Auch im zweiten Durchgang änderte sich nichts. Unser DHK blieb im Angriff ideen- und harmlos. Es war keine Durchschlagskraft in der Offensive zu erkennen. Die Gäste agierten weiter mit einer 5-1 Deckungsvariante und nahmen Thilo unseren Rückraum weiter aus dem Spiel. Die Braunschweiger mussten sich somit durch Balleroberungen nur selbst belohnen. Und das taten sie weidlich. Drei schnelle Treffer in vier Minuten sorgten für einen deprimierenden 9:22 Rückstand. Dabei war Melf, der es auf ingesamt zwölf Tore für den MTV Braunschweig brachte, der überragende Akteur in Idraetshallen. Denn gemeinsam mit MTV-Kapitän und Rückraumspieler Tim Otto, zog er auch im Positionsspiel der Gäste geschickt die Fäden. Nach dem 9:22 ließen die Gäste etwas mehr zu, so das unsere Mannschaft regelmäßiger zu Torerfolgen kam. Dabei machte Marc Koscielski, der aus dem Junior-Team der SG den Sprung aus der Regionalliga in unser 3. Liga Team schaffte, einen guten Eindruck. Er versuchte unserem Angriffsspiel mehr Struktur zu geben und nutzte seine Spielzeit. Dennoch lag unser Team Mitte des zweiten Durchgangs chancenlos mit 16:30 im Hintertreffen. Während unsere Mannschaft weiter viel probierte und versuchte, Schadensbegrenzung zu betreiben, spielten sich die Braunschweiger mit Geduld und Erfahrung ihren Stau-Frust von der Seele. Denn nach dem 19:31 durch Marc (49.), setzten die Gästespieler Tim Lietz und Rick Harder, die zuvor kaum zum Einsatz kamen, mit ihren Toren Akzente. Der DHK fiel somit auf 19:35 zurück. Doch danach hielt unser Team noch einmal dagegen und am Ende stand die klare und ernüchternde 24:39 Niederlage. Jörn Saemann

DHK Flensburg: Hauenstein, Schmitt – Niestroj, Günther (2), Schlott, Adam (1), Kinsky (1), Knutzen (5/4), Mau (3), Lorenzen (1), Westphalen (1), Koscielski (3), Sonne Domino (2), Rithaphorn (2), Schulte (3).
MTV Braunschweig: Serbest, Engelbrecht, Mellmann – Otto (6), Khemiri, Kanning (5), Friedhoff (3), Weyer (3), Vuckovic (3), Pieles (2), Hagen (12/4), Lietz (2), Harder (3).
Schiedsrichter: Bendel/Schulte-Coerne
Zuschauer: 412
Stimmen zum Spiel:
Volker Mudrow (Trainer MTV Braunschweig):
Vielen Dank wieder einmal für die Gastfreundlichkeit an den DHK und die Zuschauer. Es ist immer sehr nett hier. Eigentlich bin ich sprachlos und möchte nichts sagen. Aber ich versuche es mal. Die Spieler haben sich durch den Stau schon im Bus umgezogen und ich habe im Bus die Mannschaftsbesprechung abgehalten. Der DHK ist noch stärker als im letzten Jahr und ich hatte großen Respekt. Daher bin durch die Umstände sehr stolz auf die Leistung meiner Mannschaft. Vor allem freue ich mich für Melf Hagen. Er kommt hier aus Flensburg und macht so ein überragendes Spiel.
Marc:
Trotz der Niederlage können wir sehr viel aus dem Spiel mitnehmen. Man kann sich von den starken Braunschweiger Spielern sehr viel abgucken, auch von Melf Hagen. Im Rückraum haben wir gegen die Braunschweiger Abwehr viele Probleme gehabt und auch die Rückraumspieler von ihnen haben unserer Abwehr sehr viele Probleme gemacht.
Melf:
Wir sind heute um 10 Uhr losgefahren und sieben Stunden unterwegs gewesen. Das war sehr anstrengend für den Kopf. Da muss man Volker loben, wie er die Mannschaftsbesprechung um 16.30 Uhr im Bus abgehalten und uns Top eingestellt hat. Aber er stellt und auf alle Gegner toll ein. Ich bin überrascht, wie fit wir dann auf dem Feld waren. Wir waren in der Abwehr richtig griffig und haben immer Lösungen gegen den DHK-Angriff gefunden und sie zu Würfen aus dem Rückraum gezwungen. Auch unser Torwart war in ihren Köpfen. Und gegen ihre Abwehr haben wir auch sehr gute Lösungen gefunden. Ich habe einen Zwei-Jahres Vertrag und fühle mich in Braunschweig sehr wohl. Wir haben eine coole Truppe und ein sehr breites Spielsystem. Auch wenn wir einen kleinen Kader haben, sind wir eine absolute Einheit. Jeder steht für jeden ein. Wenn unsere beiden verletzten Kreisläufer und Philipp Krause im Januar von seinem Auslandssemester zurückkommen, dann werden wir noch breiter aufgestellt sein und können noch stärker sein.
Magnus:
Daniel und ich haben uns schon in der ersten Halbzeit oft angeschaut. Natürlich haben wir überlegt, eine frühe zweite Auszeit zu nehmen. Aber wir haben gehofft, dass wir es vom Ergebnis bis zur Halbzeit noch besser reparieren können. Aber es hat einfach nichts funktioniert. Marc war als Einziger heute voll da und hat ein gutes Spiel gemacht. Man muss aber auch Respekt vor Braunschweig zeigen. Sie haben mit vier Rückraumspielern und dabei einem überragenden Melf eine tolle Leistung gezeigt. Sie waren zu einhundert Prozent abgezockt. Uns dagegen fehlten die leichten Tore. Mir tut gerade jetzt als Trainer so eine klare Niederlage weh. Aber wir werden daraus lernen und am Montag geht es schon in die Vorbereitung für das wichtige Spiel am nächsten Samstag bei der HSG Ostsee. Jörn Saemann
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