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Im Rahmen des Tag der Youngster ein tolles Event in der „Hölle Nord“  

DHK mit unglücklicher Niederlage gegen Rostock  

DHK Flensburg – HC Empor Rostock 37:38 (20:17) 

Der DHK Flensborg hat am Samstagabend eine weitere Überraschung gegen einen Aufstiegsaspiranten zur 2. Bundesliga nur knapp verpasst. Zwei Wochen nach dem 42:39 über Eintracht Hildesheim, musste sich das Team von Magnus Frisk Jensen und Daniel Wuzella gegen den HC Empor Rostock denkbar unglücklich mit 37:38 (20:17) Toren geschlagen geben. Es war eine würdige Partie im Rahmen des Tag der Youngster in der Ur-Ur-Zelle der Hölle Nord, der Wikinghalle Handewitt. „Es ist immer sehr schön, hier in Handewitt oder in Flensburg zu sein. Ob der Sieg über zweimal dreißig Minuten verdient ist, kann man nicht sagen. Es war sehr knapp. So ist es manchmal im Handball“ sagte Rostocks Trainer Michael Jacobsen nach der Partie. Er war das erste Mal an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. „Es war schön, so viele bekannte Leute wiederzusehen. Es war ein sehr angenehmer Empfang. Aber dann war es, wie es sein sollte. Ein Spiel ist ein Spiel und man will gewinnen“, sagte der Däne mit einem Lächeln. Sein Landsmann, unser Trainer Magnus, freute sich zwar über das Wiedersehen mit Michael, verständlicherweise nicht über den Spielausgang. „Ich habe in der Kabine gerade kein Wort gesagt. Ich habe noch nie ein Spiel so verloren Wir spielen gegen eine der besten Mannschaften der Liga so stark und machen gegen die wohl beste Abwehr 37 Tore. Und dann verlieren wir das Spiel in letzter Sekunde. Im Moment ist die Enttäuschung gerade riesig“, sagte Magnus. Denn das Ende der Partie nervte ihn und die Zuschauer in der Wikinghalle. 

Temporeicher Beginn auf beiden Seiten 

Zuvor wurde die Partie dem modernen Handball vollauf gerecht. Beide Mannschaften begannen mit sehr viel Tempo. Torerfolge wechselten sich schnell ab, wobei die Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern zumeist einen Treffer vorlegten. Beim 8:10, Mitte des ersten Durchgangs, schien sich das Team von Michael Jacobsen aufgrund seiner Routine abzusetzen. Vor allem der starke Kreisläufer Dennis Mehler wurde immer wieder gefunden und setzte entscheidende Akzente für den HC Empor. Doch unser DHK zeigte eine sehr starke Angriffsleistung, wobei vor allem Mathias unser Team mit knallharten Distanzwürfen immer wieder im Spiel hielt. In den ersten 23 Minuten erzielte er überragende neun Tore, bevor er von Magnus und Daniel eine Verschnaufpause auf der Bank erhielt. Danach tauten Marc, Maurice und Ole förmlich auf und konnten selbst wichtige Tore erzielen. Zwei Minuten vor der Pause schweißte Ole einen Wurf in den langen linken Winkel zum 19:16 und dem ersten Drei-Tore-Vorsprung für unsere Mannschaft. Marc war noch vor der Pausensirene für das 20:17 verantwortlich, so dass es mit einem kleinen Polster in die Kabinen der Hölle Nord ging. 

Nach dem Wechsel weiter ein Duell auf Augenhöhe

In der zweiten Halbzeit ging die temporeiche Höllenfahrt in der Hölle Nord weiter. Unsere Mannschaft lag dabei ständig in Führung. Und im zweiten Durchgang verteilten sich die Tore auf mehrere Schultern. Aber auch die Gäste hatten viele verschiedene Torschützen. Vor allem der starke Linksaußen Kay Funke sorgte dafür, dass der Traditionsclub sogar öfter auf ein Tor herankam. Er war entschlossen vom Flügel, beim Tempogegenstoß und von der 7-Meter Strafraumlinie. Doch in der 47. Minute, als Funke den 32:31 Anschluss erzielte, prallte er beim Tempogegenstoß mit unserem Torhüter Haui zusammen. „Er ist mir gegen die Brust geprallt und ist wohl mit dem Fuß falsch aufgekommen“, sagte Haui nach der Partie im Foyer der Wikinghalle zu einer Gruppe von Empor-Fans, die nachfragten. „So was kann im Spiel passieren“, sagten sie fair zu unserem Keeper. Eine tolle Geste. Sie feuerten auch nach der schweren Verletzung von Kay Funke, dem der gesamte DHK Flensborg gute Besserung wünscht, ihr Team an und sahen wie die ebenfalls begeisterten Fans unserer Region, weiter hochklassigen 3. Liga Handball.

Alfred Hitchkock Thriller in der Hölle Nord

Und die Partie schien nach unserem 33:31 durch Jonas, elf Minuten vor Schluss, in der Folgezeit zu kippen. Denn Tim Uhl, Julius Siegler und der starke Rückraumschütze Elias Gansau drehten durch drei Treffer in Folge das Ergebnis zum 33:34 (51.). In den letzten neun Minuten war die Partie dann umkämpft und es gab einen Thriller der Marke Alfred Hitchcock in der Hölle Nord. So hatte ZDF-Reporter Thomas Wark als junger Journalist einst die Atmosphäre in der Wikinghalle in den 1980-Jahren treffend beschrieben. Unser überragender 13-facher Torschütze Mathias glich postwendend den Rückstand zum 34:34 aus. Beim 35:36, durch Dennis Mehler, waren die Gäste weiter vorne. Addi und Jonas brachten dann wieder unsere Mannschaft beim 37:36 in Führung. Gansau glich zum 37:37 aus. Danach weiter Spannung pur und Mathias setze einen Wurf am langen rechten Winkel vorbei. Acht Sekunden vor Ultimo nahem die Gäste ihre letzte Auszeit. Empor-Spielmacher Julius Siegler stürmte nach dem Eröffnungspass nach vorne und sein Wurf landete im Tor und so stand am Ende das 37:38 aus Sicht unseres DHK Flensborg. Beim Abklatschen in der Spielfeldmitte beider Mannschaften glänzte das Schiedsrichtergespann mit Abwesenheit. Die Rostocker Spieler entschuldigten sich förmlich bei unseren Spielern und es war zu hören, dass sie ein Stürmerfoul in der letzten Aktion eingestanden. „Sie haben sich bei uns entschuldigt. Es war ihnen ein bisschen peinlich“, sagte Haui im Foyer der Wikinghalle. „Wichtig ist, dass wir sechzig Minuten gegeneinander kämpfen. Nach dem Spiel wird abgeklatscht, da sind wir Sportler. Es war unter uns Mannschaften absolut respektvoll“, fügte unser Torhüter hinzu und machte mit seiner Aussage eine tolle Partie rund. Jörn Saemann

DHK Flensburg: Hauenstein, Schmitt – Niestroj (2), Günther (5), Schlott (2), Hansen, Adam, Mau, Lorenzen (2), Westphalen (5), Koscielski (2), Sonne Domino (13), Rithaphorn (6), Schulte.
HC Empor Rostock: Wetzel, Leon Mehler – Costa Dias (2), Scheminski, Richter (1), Dennis Mehler (6), Siegler (4), Schütze (3), Uhl (1/1), Funke (6/2), Pratschner (2), Gansau (9), Pechstein (3), Lößner (1).  
Schiedsrichter: Lukas Müller/Robert Müller 
Zuschauer: 415