Skip links

Derbykrimi geht an die Gäste

DHK verpasst das Momentum       

DHK Flensborg – HSG Eider Harde 28:29 (11:15) 

Der DHK Flensborg konnte auch im dritten Derby hintereinander in der 3. Liga Nord-Ost gegen die HSG Eider Harde nicht gewinnen. Das Team von Magnus Frisk Jensen und Daniel Wuzella unterlag im mit Spannung erwarteten Kräftemessen gegen den Nachbarn aus Hohn hauchdünn mit 28:29 (11:15) Toren. Der finale Wurf und die Ausgleichsmöglichkeit durch Philipp Schulte knallte an den linken Pfosten. Es wäre ein insgesamt gerechtes Remis in einem Spiel mit zwei verschiedenen Halbzeiten gewesen.

Erste Halbzeit gehört den Gästen

Denn der erste Durchgang gehörte den Gästen. Von Anpfiff an entwickelte sich ein schnelles Spiel. Zunächst ging es hin und her, mit Torhüterparaden auf beiden Seiten. Haui fing bei uns zwischen den Pfosten gut an, doch HSG-Keeper Jorge Schmidt nahm in den ersten Minuten drei hundertprozentige Chancen des DHK weg. Nach dem 3:3 in der achten Minute drückte er dem Spiel noch mehr seinen Stempel auf. Alleine Thilo scheiterte mit seinen vier Möglichkeiten, darunter einem Strafwurf, am besten Mann auf der Platte in Idraetshallen. So setzten sich die Gäste, die zunächst viele Treffer durch ihren Shooter Sören Hartwich erzielten, zunehmend ab. In der 13. Minute netzte HSG-Rechtsaußen Jesse Kock zum 4:8 und somit einer klaren Vier-Tore-Führung ein. Beim 6:9 nahm Magnus eine Auszeit und versuchte, dem Spiele eine erste Wende zu geben. Marc brachte mit dem 7:9 unseren DHK näher heran. Unser aus dem Junior-Team der SG Flensburg-Handewitt im Sommer aufgerückter Spielmacher schaffte auf der Mittelposition einige Räume für seine Mitspieler. Doch wieder betrieb unsere Mannschaft Chancenwucher und fiel auf vier Tore Distanz zurück. Die Gäste, die oftmals mit ihren beiden Spielmachern Georg Rohwer und Jari Glumm agierten, fanden durch ihren schnellen Spielaufbau Lücken in der DHK-Deckung. Glumm stellte beim 9:14, fünf Minuten vor der Pause, zum ersten Mal einen Fünf-Tore-Rückstand aus Sicht des DHK her. Unsere Mannschaft gab danach noch einmal Gas und verkürzte nach dem 10:15 (28.) durch Maurice und Arv auf 12:15. Doch der finale Angriff des ersten Durchgangs gehörte der HSG Eider Harde, den Glumm mit der 12:16 Halbzeitführung der Gäste abschloss. Diese war verdient, obwohl unser DHK sich viele gute Möglichkeiten herausgespielt hatte. Doch die HSG war einfach effektiver.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit ein völlig verwandelter DHK

Und wieder war es das DHK-Gen, dass nach einer unnötig schwachen ersten Halbzeit durchkam. Niemals aufgeben. Unsere Mannschaft begann furios. Der Druck auf die Deckung von Eider Harde wurde erhöht. Schulle, Tom und noch einmal Schulle sorgten vier Minuten nach Wiederbeginn für den 15:16 Anschluss. Zudem packte unsere Abwehr viel beherzter zu. Haui zeigte einige Paraden, die der Partie eine Wende zu geben schienen. Unser ehemaliger DHK-Spieler, Eider Harde Trainer Matze Hinrichsen, nahm folgerichtig eine Auszeit. Danach ging es hin und her. Zunächst legten die Gäste einen Treffer drauf, unsere Mannschaft verkürzte. So stand es zwei Minuten später 16:18. Magnus riskierte viel und nahm Haui zugunsten eines siebenten Feldspielers aus dem Tor. Und wieder wurde mit Druck auf die HSG-Deckung gespielt. Mathias, Tom und Arv drehten die Partie zunächst mit ihren Toren in eine 19:18 Führung. Dabei steckte unser Team auch die rote Karte gegen Thilo weg, der bei einer Abwehraktion den in die Tiefe gehenden Sören Hartwich mit der Hand im Gesicht traf. „Sch…., ich treffe ihn“, gestand Thilo die Aktion ein. Allerdings hätte es auch eine Zwei-Minuten-Strafe getan, da Hartwich sehr weit nach unten abtauchte und es kein bewusstes Foulspiel von Thilo war.

Rote Karte Thilo Knutzen

Handballkrimi á la Idraetshallen

Beim 21:20, Mitte des zweiten Durchgangs, lag unsere Mannschaft weiter in Front. Doch einige Unsicherheiten und leichte Fehler im Angriff ließen unseren DHK wieder ins Hintertreffen geraten. Vor allem Eider Harde Rückraumshooter riss nun die Verantwortung an sich. Ein Doppelpack von ihm und ein nervenstark verwandelter Siebenmeter durch Kevin Hamann, der einige Minuten zuvor von der Strafwurfmarke noch an Haui scheiterte, bedeuteten den 21:23 Rückstand (48.). Unsere Mannschaft hielt weiter dagegen und es entwickelte sich ein typischer Handballkrimi á la Idraetshallen. Dem 24:24 Ausgleich durch Maurice, folgten zwei Gegentreffer durch Thore Kjell Heinemann und Jesse Kock zum 24:26 (53.). Bei diesem Spielstand nahm Magnus zwei Minuten später eine Auszeit. Und es war spannend. Trotz drohendem Zeitspiel, kamen die Gäste zu Toren. Unsere Mannschaft antwortete jeweils unter den Standing Ovations der 742 in der vollen und lauten Idraetshallen. „Hammerstimmung“, war von allen Zuschauern zu hören. Und diese fieberten mit. Nachdem Sören Hartwich zuvor der Partie seinen Stempel aufdrückte, war es auf unser Seite im Schlussspurt Schulle. Im Fallen bediente er mit einem Tipppass Maui zum 25:26, das 27:28 erzielte er selbst. Nach dem 27:29 schweißte er den Ball schnell zum 28:29 Anschluss ins Netz. Und unser DHK bekam noch einmal den Ball. In den letzten Sekunden musste ein Freiwurf schnell ausgeführt werden und Schulle nahm sich zwei Sekunden vor der Schlusssirene den finalen Wurf. Dieser knallte an den linken Pfosten. Das Gebälk verhinderte das insgesamt gerechte Remis und besiegelte die unglückliche Derbyniederlage. Jörn Saemann

HSG Eider Harde gewinnt das Spiel

DHK Flensburg: Hauenstein, Backhaus – Niestroj (2), Günther (1), Schlott, Hansen, Adam, Kinsky (3), Knutzen, Mau (1), Lorenzen (6/2), Westphalen (2), Koscielski (1), Sonne Domino (2), Rithaphorn (1), Schulte (9).
HSG Eider/Harde: Engelmann, Schmidt – Frahm, Glumm (5), Oettershagen, Hamann (5/4), Hartwich (9), Heinemann (3), Dau, Schneider, Kock (3), Bies, Abelmann-Brockmann (1), Heckel (1), Rohwer (2), Jonas.
Schiedsrichter: Ebel/Hermschröder 
Zuschauer: 742

Stimmen zum Spiel:

Mathias „Matze“ Hinrichsen:

Die einzige Parade der zweiten Halbzeit von unserem Torhüter Jorge Schmidt ist die entscheidende. In der ersten Halbzeit hat er sehr gut gehalten. In der ersten Halbzeit ist unser Plan im Angriff aufgegangen, die Innenverteidiger in der DHK-Deckung zu attakieren. In der zweiten Halbzeit ist uns nicht mehr viel eingefallen. Sören Hartwich hat dann das Spiel an sich gerissen und uns damit sehr geholfen. Aufgrund meiner Vergangenheit beim DHK treffe ich hier viele bekannte Gesichter. Es ist immer schön hier zu sein und es macht sehr viel Spaß, hier zu spielen. Was hier auf die Beine gestellt wird ist toll. Dazu ist hier in der Halle die beste Stimmung in der 3. Liga. Daher bin ich bei der Atmosphäre stolz auf meine Mannschaft.

Magnus:

Wir machen es uns in der ersten Halbzeit selbst schwer, weil wir zu viele Chancen liegenlassen. Das 12:16 zur Halbzeit entspricht nicht dem Chancenverhältnis. Wir haben uns sehr schwer gegen die 5-1 Deckung von Eider/Harde getan. Das Spiel war in der zweiten Halbzeit toll. Ich bin stolz auf das Auftreten meiner Mannschaft. Es war heute die beste Abwehrleistung von uns, darauf können wir aufbauen. Auch wenn es gerade schwer ist, weil wir natürlich sehr enttäuscht sind.

Backi:

Es ist schön, hier zu sein. Da Benni Probleme hatte und sich weh getan hat, habe ich mein Comeback gegeben. Das war auch beim Junior-Team so geplant, weil es dort auch Verletzte gab. Aber wenn der DHK ruft, dann hilft man natürlich gerne. Nach zwei Trainingseinheiten hatte ich totalen Muskelkater und wäre gerne eine ganze Woche im Bett geblieben.

Haui und Addi (ergänzten sich gegenseitig bei ihrem gemeinsamen Statement:

Das Spiel hat bei der Stimmung und bei den vielen Zuschauern großen Spaß gemacht. Hier in Idraetshallen ist immer was los und es macht immer Spaß, hier zu spielen. Es war ein tolles Spiel, ein richtiges Derby. Schade, dass es am Ende nicht gereicht hat. Wir haben in der ersten Halbzeit einfach nicht gut gespielt.

Bilder: SPEEDfotos.de