DHK „verantwortungsvoll“ zum EHV Aue
Der DHK Flensborg hat seine Hausaufgaben gemacht. Die letzten drei wichtigen Partien gegen Gegner aus den unteren Tabellenregionen wurden gewonnen. 37:31 gegen den SC DHfK Leipzig II und 36:32 gegen die Sportfreunde Söhre in heimischen Idraetshallen, sowie der 29:28 Erfolg beim SV 04 Plauen-Oberlosa schraubten die Hinrundenbilanz auf 11:17 Punkte. Dadurch sprang unser DHK vom vorletzten 15. Tabellenplatz auf Rang elf und stellte den Anschluss an das Mittelfeld der 3. Liga Nord-Ost her. „Die drei Siege in Folge sprechen für sich, sind aber in dieser ausgeglichenen Liga keine Selbstverständlichkeit. Daniel und ich sind stolz auf die Mannschaft. Denn das zeigt ihre Mentalität und Entwicklungsstärke. Denn wir mussten zu Beginn der Saison acht neue und junge Spieler ins Team einbauen. Jetzt greifen die Mechanismen immer besser“, sagt unser Trainer Magnus lobend und bindet seinen Co.-Trainer mit ein. „Es ist auch eine Bestätigung für unseren ganzen Staff, das die Mannschaft immer an sich glaubt“, ergänzt Magnus.
Mit Selbstbewusstsein nach Aue
Und dieser Glaube soll am Samstag (18 Uhr), Berge versetzen. Denn dann ist unser DHK Flensborg beim EHV Aue zu Gast. „Aue hat eine richtig tolle Mannschaft. Sie haben eine Mischung aus kleinen schnellen und großen robusten Spielern. Sie sind ein absolutes Topteam, dass unter die ersten vier Mannschaften der 3. Liga Nord-Ost gehört. Sie haben auch das Ziel, in die 2. Bundesliga aufzusteigen“, sagt Magnus voller Respekt vor den Gastgebern, die jahrelang eine Institution im Bundesligaunterhaus waren und zudem auf einen festen und treuen Anhang bauen können. „Für die Gegner ist es eklig, dort zu spielen. Das meine ich mit allem Respekt. Denn in Aue sind immer knapp 2.000 Zuschauer. In der Halle ist es dann richtig laut. Aber gerade darauf freuen wir uns, vor so einer tollen Kulisse zu spielen“, sagt Magnus. Zu den vielen Zuschauern, gesellt sich noch ein weitere besondere Motivation für unseren DHK und für unseren Trainer. „Wir fahren insgesamt acht Stunden nach Aue. So etwas ist eine zusätzliche Motivation. Ich setze mich doch nicht acht Stunden in den Bus und will ohne Punkte wiederkommen. Das ist für uns alle als Mannschaft ein zusätzlicher Reiz“, sagt Magnus mit einem Lächeln und ergänzt. „Aue ist der Favorit und hat den Druck im Aufstiegsrennen. Wir können nach den drei wichtigen Siegen, im letzten Spiel des Jahres hingegen befreit aufspielen“, so unser Coach über das mögliche Erfolgsrezept.
Eine Überraschung im Visier
Wichtig ist für Magnus sechzig Minuten Konzentration. „Aue spielt mit einem ganz hohen Tempo. Sie haben am letzten Wochenende Hamburg-Barmbek förmlich überrannt. Ihr Spiel ist wie Tennis gucken, so schnell geht es hin und her. Wir müssen verantwortungsvoll spielen. Klar kommen auch wir über das Tempospiel, doch wir müssen dabei sehr diszipliniert agieren und im Positionsangriff viel Verantwortung für den Ball haben. Das heißt, kaum Ballverluste und technische Fehler minimieren“, sagt Magnus über Strategie für die Partie. Und es soll alles so gemacht werden, wie bei der Auswärtspartie in der letzten Saison beim HC Burgenland und vor vier Wochen in Plauen-Oberlosa. „Wir werden wieder einen Tag vorher losfahren und in Magdeburg übernachten. Dort werden wir auch im selben Restaurant essen. Vielleicht ist es ein gutes Omen“, sagt Magnus mit einem Lachen. Denn sowohl beim HC Burgenland (31:30) und dem SV Plauen-Oberlosa (29:28) gab es Siege für unseren DHK. Das die Aufgabe aber ungleich schwerer wird, belegt die Ausgeglichenheit des Kaders des EHV Aue. Auf Platz vier mit 19:9 Punkten in Lauerstellung haben die Sachsen fünf ihrer sechs Heimspiele gewonnen. Nur im Topspiel gegen Eintracht Hildesheim setzte es eine deftige 26:34 Niederlage. „Aue ist überragend besetzt und hat vor allem starke Außen-, und Kreisspieler. Dazu kommen noch ihre sehr guten Torhüter“, sagt Magnus.
Starker Gegner mit hoher Qualität
Bester Torschütze der Sachsen ist Francisco Pereira mit 87 Treffern, darunter 29 Siebenmeter. Er ist von der Rechtsaußenposition, aber auch aus dem rechten Rückraum sehr gefährlich und energisch. Damit steht er auf Rang acht der Torjägerliste. Ihm folgt Rückraumshooter Justin Döbler mit 78 Treffern, allesamt aus dem Feld. Hinter diesem Duo, verteilt sich die Verantwortung beim EHV Aue auf mehrere Schultern. Spielmacher Mihkel Löpp netzte bisher 56-mal ins gegnerische Tor ein. Kreisläufer Kevin Roch, der auch auf Linksaußen agieren kann mit 40, und Rückraumspieler Dieudonne Mubenzem mit 37 Toren, übernehmen ebenfalls viel Verantwortung im Spiel der Gastgeber. Dieses Quintett erzielte 298 der bisherigen 450 Saisontreffer in 14 Partien. „Wir wollen noch viele Entwicklungsschritte gehen, auch am Samstag in Aue. Die Fahrt dorthin ist also keine Klassenfahrt, sondern auch ein Teambuilding. Wir wollen uns in diesem Bonusspiel für die 16 Stunden Busreise belohnen und überraschen. Das ist in unserer verrückten 3. Liga möglich. Wir werden alles dafür tun, sind heiß und freuen uns auf das Spiel“, sagt unser dänischer Trainer Magnus und will unbedingt Zählbares im Gepäck mit an die deutsch-dänische Grenze nehmen. Jörn Saemann