Leistung für mehr als Abstiegskampf (Flensborg Avis vom 25.02.19)

  • Februar 24, 2019
Der DHK Flensborg brachte den Tabellenführer vom HC Empor Rostock mit einer leidenschaftlichen Vorstellung ins Wanken und zeigte eindrucksvoll, was in ihm steckt.

Flensburg. Die Ausstrahlung war beeindruckend. Die Handballer des DHK Flensburg haben wahrlich ein anderes Gesicht gegen den Tabellenführer vom HC Empor Rostock gezeigt. Mit viel Leidenschaft und Kampfkraft wurde dem Spitzenreiter über die gesamte Spielzeit Paroli geboten und eindrucksvoll die Konkurrenzfähigkeit in der 3. Liga nachgewiesen. Eine Leistung, die – hätte der DHK sie öfter im Saisonverlauf vorgelegt – ganz sicher für mehr als einen Platz im Tabellenkeller berechtigt hätte. Doch DHK-Trainer Jens Häusler hatte auch etwas zu Mäkeln, denn am Ende stand dennoch eine 27:30-Niederlage für die SdU-Handballer zu Buche und wieder keine Punkte.

»Bei einem Spiel erster gegen letzter musst du am Ende natürlich auch etwas mehr Fortune haben, als wir es gehabt haben. Wir haben uns als Mannschaft super präsentiert und haben in den letzten Wochen versucht Sachen auszuräumen und nachhaltig zu verändern. Aber wenn wir gegen den Tabellenersten mehr hätten nach Hause bringen wollen, als ein gutes Spiel, dann hätten ein paar Sachen mehr noch funktionieren müssen«, so Häusler. Für den ehemaligen Trainer der SG Flensburg-Handewitt II und jetzigen Trainer des HC Empor Rostock Till Wichers, war das ein hart erkämpfter Erfolg beim DHK.

»Ich habe acht Mal hier gespielt und das war das erste Mal, dass ich hier gewinnen konnte. Darüber bin ich super, super froh. Wir haben es geschafft unseren Fokus zumindest nicht zu oft zu verlieren und den DHK am Ende doch souverän zu schlagen«, so ein erleichterter Empor-Trainer Till Wichers nach dem Spiel. Jens Häusler hatte bereits vor dem Spiel angekündigt, dass der Tabellenführer den SdU-Handballern liegt und er sollte recht behalten. Bis zur Roten-Karte von Top-Torjäger Sjören Tölle (46.) lagen die Gastgeber immer in Schlagdistanz und mussten erst zum Ende abreißen lassen.

»Rostock liegt uns, das haben wir im Hinspiel schon gezeigt und nur mit sieben Toren verloren. Da haben wir schon einige Fehler gemacht, die wir dann abgestellt haben. Wir sind auf einem guten Weg uns zu finden. Du kannst diese rote Karte aber geben. Der Ausfall von Sjören Tölle war grundsätzlich sehr schmerzhaft für uns«, so Häusler, der aber ansonsten der Hinausstellung nicht viel Aufmerksamkeit schenken wollte. Wichtiger war dem DHK-Trainer der insgesamt gelungene eigene Auftritt und der tolle Rahmen für das Spiel.

»Wir haben ein tolles Spiel gesehen, mit einem tollen Publikum und einer insgesamt geilen Stimmung. Das war schon wirklich klasse«, so Jens Häusler nahezu schwärmend. An der Ausgangslage hat sich für den SdU-Verein aber mit einer weiteren Niederlage und nur noch acht Spielen und sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer nicht viel verändert. Nur Siege helfen im aussichtsloser werdenden Kampf um den Klassenerhalt. Eine Situation vor der auch Jens Häusler nicht die Augen verschließt, aber noch lange nicht bereit ist die Waffen zu strecken.

»Natürlich ist unsere Tabellensituation nach wie vor nicht die schönste, das wissen wir auch alle. Ich hoffe, dass ich versprechen kann, egal wie es am Ende für uns ausgeht, dass wir bis zur letzten Minute alles geben wollen, um auch den Fans zu danken«, so Häusler sich am Ende doch über den Auftritt seiner Mannschaft freuend.

DHK Flensborg: Wendt 1, Basenau – de Bruin 4/1, Heinker, Künzel, Jessen, Blumenberg 1, Wickert-Grossmann 2, Krüger, von Eitzen, Bandemer, Tölle 8/5, Zinndorff, Desler 4, Blockus 5, Skaaning Linnebjerg 2.

HC Empor Rostock: Wetzel, Leon Mehler – Meuser 5, Steidtmann 3, Leon Witte 2, Schütze 3, Schramm 1, Völzke 1, Dennis Mehler 1, Nick Witte 6/5, Höwt 1, Haasmann 1, Zboril, Mehrkens 4/2, Asmussen 2.

Zeitstrafen: 3:4.

Rote Karte: Sjören Tölle (46./DHK).

Siebenmeter:7:9.

Schiedsrichter: Sebastian Ebel/Niklas Krähe (Celle).

Zuschauer: 531.