Leidenschaftlicher DHK zähmt Stiere (FL-Avis v. 28.08.18)

  • August 27, 2018

Der DHK Flensborg feiert eindrucksvollen 27:25-Auftaktsieg gegen die Mecklenburger Stiere aus Schwerin. Keeper Jasper Basenau hielt 20 Bälle, Sjören Tölle traf acht Mal ins Schwarze. Neuer Linkshänder Joachim Pedersen im Anmarsch.

Flensburg. Die Handballer vom DHK Flensborg waren außer sich vor Freude. Mit unbändiger Leidenschaft rang der Handball-Drittligist zum Saisonauftakt die favorisierten Mecklenburger Stiere in die Knie und feierte einen hochverdienten 27:25 (14:12)-Erfolg, mit dem vor diesem intensiven Abend wohl nur wenige gerechnet hatten.

»Ich freue mich wahnsinnig«, sagte DHK-Cheftrainer Jens Häusler, der auf allen Positionen Leidenschaft, Vertrauen, Willen und Geduld ausgemacht hatte. »Heute haben wir es gemacht. Wir sind vorwärts gegangen, jeder hat sich reingeschmissen«, sagte der Coach, der diesen Montag 51 Jahre alt wird, auch in Anspielung auf die schlechten Auftritte in der Vorbereitung.
Der runderneuerte DHK, mit seinem Kapitän Tjark Desler an der Spitze, ging von der ersten Sekunde an beherzt zur Sache. Zu Beginn legten die Gäste zwar jeweils vor, die Hausherren glichen aber in Idrætshallen stets wieder aus. Ein einziges Mal (4:6) waren die Stiere zwei Tore weg, mit zwei eiskalt verwandelten Siebenmetern brachte Alexander von Eitzen seine Farben wieder gleichauf. Bei 8:7 (18.) durch den bärenstarken Timmi Ejmar ging der DHK erstmals in Führung und sollte diese in der Folgezeit nur noch zweimal (10:10/11:11) kurzzeitig abgeben. Mit 14:12 ging es in die Halbzeitpause. Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein Duell, das noch zu einem regelrechten Drama werden sollte. Deslers 19:16, Jasper Basenaus Parade und das 20:16 von DHK-Links­außen Johannes Krüger ließ die Emotionen hochkochen. Die Auszeit von Gäste-Coach Mannhard Bech sollte sich dann aber bezahlt machen. Die Schweriner trafen dreimal in Folge, der DHK wankte, fiel aber nicht.
»Einfach nur ruhigbleiben«
Imponierend, wie Rechtsaußen Paul Heinker, im Vorjahr noch in der »Zweiten« am Ball, zum 23:21 einnetzte und wie Vize-Kapitän Sjören Tölle (mit acht Toren bester Werfer) in entscheidenden Situationen die Bälle versenkte (24:22, 26:23) und wie der aufopferungsvoll fightende Jannis Blumenberg in einer spielentscheidenen Aktion den Heber wagte (25:23). Vor allem aber hatte der DHK mit Jasper Basenau einen Mann im Tor, der einen phantastischen Tag zwischen den Pfosten erwischte und 20 Bälle parierte. »Einfach nur ruhigbleiben«, rief Jens Häusler seinen Spielern zu. Da waren noch 41 Sekunden zu spielen, sein DHK lag mit zwei Toren vorne (26:24). Christian Zufelde traf (26:25) – noch 28 Sekunden. Mit direkter Manndeckung jagten die Stiere, nun allerdings in Unterzahl, Ball und DHK-Spielern hinterher und mussten letztlich tatenlos zusehen, wie Johannes Krüger acht Sekunden vor Schluss den 27:25-Sieg perfekt machte.

Unsere Linie nie gehabt

»Wir haben unsere Linie nie gehabt. Wir haben andere Erwartungen gehabt. Dies ist ein Lehrbeispiel dafür, wie Leidenschaft ein Spiel gewinnt«, sagte Gäste-Trainer Mannhard Bech, der einen DHK-Akteur besonders anerkennend herausnahm. »Wenn du einen Sjören Tölle in der Form in der Mannschaft hast, dann ist das großartig.«

Der langjährige DHK-Spieler sagte: »Wir sind super reingekommen. Jeder war heiß in der Kabine. Wir haben super Abschlüsse gehabt, eine gute Abwehr, einen überragenden Torwart Jasper Basenau, ein gutes Kreisspiel mit ’Blume’ (Jannis Blumenberg, Red.). Deshalb kam es zu diesem Ergebnis. Darüber sind wir glücklich.«

Wenske mit Kreuzbandriss – junger Däne kommt

Positive Nachrichten abseits des Spielfelds: Während nun feststeht, dass Leon Wenske mit einem Kreuzbandriss wohl ungefähr acht Monate lang ausfallen wird, hat der DHK inzwischen auf seine spätestens nach dem Weggang von Lasse Worm ex­trem dünne Personaldecke reagiert. Wie Geschäftsführer Peter Stotz verriet, stößt mit Joachim Pedersen ein 20 Jahre junger Linkshänder neu zum Team. Der Neuzugang, der am Sonnabend auch in der Halle war, kommt aus der dänischen 2. Division von Aastrup/Hammelev IF aus Grenå. Der 1,90 Meter große Handballer ist im rechten Rückraum zuhause und wäre neben Paul Heinker der einzige feldspielende Linkshänder.

Marc Reese mr@fla.de

DHK Flensborg: Basenau, Wendt (n.e.) – Heinker 1, Jessen, Blumenberg 4, Wickert-Grossmann (n.e.), Krüger 2, von Eitzen 2/2, Ejmar 5, Tölle 8, Zinndorff, Desler 5/1
Siebenmeter: 5/3:3/1
Zeitstrafen: 3:2
Zuschauer: 300