Formstark ins Derby (FLA v. 21.02.20)

  • Februar 21, 2020
Am Freitagabend um 19.30 Uhr empfängt die SG Flensburg-Handewitt II im Rahmen des Tag der Youngsters den DHK Flensborg zum Nachbarschafts-Duell in der Flens-Arena.

Flensburg. Die SG Flensburg-Handewitt II zählt neben der HSG Eider Harde zum Besten, was die Handball-Oberliga in Hamburg und Schleswig-Holstein zu bieten hat. Als Tabellenzweiter ist das Juniorteam erster Verfolger des Spitzenreiters, und die Tabelle lügt bekanntlich nie.

In der aktuellen Form gehört auch der DHK Flensborg zu den Top-Teams der Liga. So zumindest sagte es Nico Kibat am vergangenen Sonntag. Der Trainer des TSV Ellerbek hatte gerade mit seinem Team mit 28:26 beim SdU-Club verloren und am eigenen Leib erfahren, wie gut der DHK derzeit drauf ist. Sieben Siege in den letzten acht Spielen, vier doppelte Punktgewinne in Serie hat die Mannschaft von Coach Kai Nielsen geholt. Damit ist der DHK auf Platz fünf geklettert und geht ebenso selbstbewusst ins Derby bei der SG Flensburg-Handewitt II (Freitag, 19.30 Uhr, Flens-Arena), wie der Gastgeber selber. Der Nachwuchs der SG-Bundesliga-Profis hat ebenfalls zuletzt sieben Siege in acht Partien geholt. Die letzte Niederlage gab es Ende Januar gegen Schülp/Westerrönfeld, jenes Team, gegen das auch der DHK zuletzt verlor.

»Bei allem Respekt vor unseren Gegner, wir dürfen aber nicht die Augen davor verschließen, dass wir zuletzt gegen Teams aus der unteren Tabellenregion gewonnen haben«, gibt sich DHK-Coach Nielsen bescheiden und versucht die Erfolgsserie einzuordnen.

»Die Ergebnisse beider Teams sind durchaus richtungsweisend und auch wenn die Gegner nicht aus dem oberen Drittel waren, so müssen diese Spiele auch erstmal gewonnen werden. Der DHK hat das ebenso getan wie wir«, meint Michael Jacobsen, Trainer der SG II.

Nielsen findet auch, dass sich die Erfolge durchaus »positiv auf das Selbstvertrauen« ausgewirkt haben, aber Favorit ist der DHK für ihn deshalb noch lange nicht.

Zum einen, weil es in der Hinrunde ähnlich aussah. Dort hatte der DHK zu Beginn die meisten Partien gewonnen, unterlag dann aber den Spitzen-Mannschaften. Vor allem das Heim-Derby gegen die SG II am 15. November 2019 ging mit 35:25 krachend verloren. Zum anderen, weil der letzte Erfolg gegen die SG II schon lange zurückliegt. Am 14. Oktober 2016 war das.

Damals war Kai Nielsen noch nicht Trainer des DHK und auch im Hinspiel saß er noch nicht auf der Bank. Seither hat sich aber einiges getan.

»Seit Kai Trainer ist, tritt der DHK mehr als Team auf. Sie spielen vernünftiger, strukturierter, sie decken etwas ruhiger, haben das Zentrum viel besser im Griff und auch nach vorne in der zweiten Welle spielen sie vor allem Dank Tjark Desler viel besser«, hat Michael Jacobsen beobachtet und geht deshalb davon aus, dass die Partie diesmal deutlicher »enger wird«. Der Däne sagt zwar auch, dass er nichts gegen einen erneuten Zehn-Tore-Sieg hat, ist jedoch »gespannt«, wie seine junge Mannschaft diesmal reagiert. »Es ist nach unseren vielen Abgängen (Niels Versteijnen, Jörn Persson, Lars Kooij, wir berichteten/Red.) das erste richtige Spitzenspiel in dieser Zusammensetzung. Dazu vor der großen Kulisse, mal sehen wie nervös meine Jungs sind.«

Die Devise für die SG-Talente ist laut Jacobsen jedenfalls klar: »Wir dürfen auf keinen Fall im Tempo runtergehen. Wenn wir einen guten Torwart und eine stabile Abwehr hinstellen, können wir mit dem DHK laufen, und dann sehe ich uns im Vorteil, weil wir im hohen Tempo hoffentlich weniger Fehler machen als der Gegner.«

Dieser will ebenfalls mit viel Geschwindigkeit seinen Handball durchbringen. Daher geht Jacobsen davon aus, dass viele Tore fallen werden und »hofft« sogar darauf, dass es ein temporeiches Duell wird.

Während bei den Gastgebern Marek Nissen mit einer Handverletzung zweifelhaft ist, wurde der DHK in dieser Woche von einer Grippewelle erwischt. Beide Trainer gehen jedoch davon aus, dass sie am Freitag auf ihren jeweils kompletten Kader bauen können. »Es ist eben ein besonderes und großes Spiel«, so Jacobsen, der sich freuen würde, wenn zwischen 2000 und 2500 Zuschauer den Weg in die Halle finden. Nielsen, für den es die Premiere als Trainer beim 6. Tag der Youngsters (wir berichteten) ist, geht ebenfalls mit großer Vorfreude in das Derby. »Viele Spieler kennen sich, daher ist die Freude immer groß«, so der DHK-Coach.