Dramatische letzte Sekunden

  • Februar 20, 2017
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Sjören Tölle rettet den DrittligaHandballern des DHK Flensburg einen Punkt im Derby gegen das JuniorTeam
flensburg

3146 Zuschauer waren definitiv ein Rekord für das DrittligaStadtderby zwischen dem JuniorTeam der SG FlensburgHandewitt und dem DHK Flensburg. Und es darf wohl auch behauptet werden, dass die große Kulisse die wohl kurioseste Schlussphase in der Historie dieses Duells erlebte. Beide Teams trennten sich 23:23 (11:11), doch es feierten nur die DHKAkteure. „Vom Gefühl her haben wir gewonnen“, strahlte Sjören Tölle, der lange Zeit kaum in Erscheinung getreten war. Dann war er der Matchwinner – oder besser gesagt – der Punktretter für den DHK.

In Unterzahl fasste sich der Rückraumspieler sechs Sekunden vor Schluss ein Herz, tunnelte SGKeeper Tim Lübker mit einem verdeckten Unterhandwurf und erwies sich im letzten Gegenangriff mit einer Mischung aus PokerRaffinesse und Glück als Fels in der Brandung. Die Gäste sahen sich mit nur drei Abwehrleuten sechs SGAngreifern gegenüber. Sjören Tölle hatte den ballführenden Per Oke Kohnagel im Visier. „Ich habe kurz angetäuscht, dass ich herauskomme und bin dann wieder zurückgegangen“, verriet der DHKAkteur später. „Dann flog der Ball an meine Stirn.“ Er fasste sich noch an die schmerzende Stelle, als ihn die Mitspieler jubelnd ansprangen: Ein Punkt war gerettet.

Derweil standen die SGAkteure konsterniert auf dem Spielfeld. Es war kaum zu fassen: 80 Sekunden vor dem Ende hatte Leon Witte, schon in den letzten Wochen der Garant für späte Tore, das 23:21 markiert. Was sollte da noch schief gehen, zumal sich der Kontrahent stetig selbst dezimierte?

„Das darf einfach nicht passieren“, war SGCoach Till Wiechers angefressen. „Zwei Mal haben wir eine klare Überzahl und werfen den Ball das eine Mal in die Ecke, wo der Winkel nicht so gut ist.“ Ein Heber von Linksaußen Jarno Mumm verfehlte das Ziel, dann folgte die bereits geschilderte Szene. „Wir sind genauso unzufrieden wie Till“, meinte Kreisläufer Norman Louwers. „Aber dennoch: Es war ein cooles Event mit einer tollen Organisation.“

Es schien, dass die sehr gut besetzte FlensArena die DrittligaHandballer eher lähmen als beflügeln würde. Gerade einmal 8:8 hieß es nach 26 Minuten. Das JuniorTeam wechselte zunächst zwei Mal zwischen Angriff und Abwehr, der DHK versuchte es im Rückraum ohne Linkshänder, dafür aber mit drei eher schnellen Spielern. „Sjören Tölle und Marc Blockus mögen eine sehr offene Deckung, wie sie die SG fabriziert, nicht so gerne“, erklärte Matthias Hahn später. „Allerdings ist diese Maßnahme nicht hundertprozentig aufgegangen, da die SG dann einen Schritt zurückgegangen ist.“

Ole Zakrzewski und Lasse Worm brachten Leben in die Bude. Der DHK bestimmte plötzlich das Geschehen und legte ein 13:16 (44.) vor. Eine Schwächephase schien alle Hoffnungen zu begraben, doch nach dem 22:19 (55.) berappelte sich der Gast wieder. Dann häuften sich die Hinausstellungen. „50 Minuten pfeifen die Schiedsrichter großartig, dann verlieren sie ihre Linie“, stellte Matthias Hahn fest. Wenige Sekunden vor Ende konnte er seinen Unmut nicht verbergen und kassierte eine Zeitstrafe. Damit leistete er seiner Mannschaft einen Bärendienst, doch Sjören Tölle rettete ihm das Fell.

SG FlensburgHandewitt II: Jöhnck, Lübker (ab 54.) – Kohnagel, Steidtmann (8), Witte (4), Krüger (3/1), Dibbert (1), Simons, Runow (1), Hennig (5/3), Asmussen, Mumm (1), Louwers.
DHK Flensburg: Peters, Eylersen (bei zwei 7m, ab 31.) – Zakrzewski (7), Jessen, Brüne (2), Worm (5), WickertGrossmann (3), Timm, Johannsen, Bruhn (5/2), Tölle (1), Blockus.
Schiedsrichter: Grell/Piper (Kiel).
Siebenmeter: 5:3. – Zeitstrafen: 3:5.
Zuschauer: 3146.

Sjören Tölle rettet den DrittligaHandballern des DHK Flensburg einen Punkt im Derby gegen das JuniorTeam
flensburg

3146 Zuschauer waren definitiv ein Rekord für das DrittligaStadtderby zwischen dem JuniorTeam der SG FlensburgHandewitt und dem DHK Flensburg. Und es darf wohl auch behauptet werden, dass die große Kulisse die wohl kurioseste Schlussphase in der Historie dieses Duells erlebte. Beide Teams trennten sich 23:23 (11:11), doch es feierten nur die DHKAkteure. „Vom Gefühl her haben wir gewonnen“, strahlte Sjören Tölle, der lange Zeit kaum in Erscheinung getreten war. Dann war er der Matchwinner – oder besser gesagt – der Punktretter für den DHK.

In Unterzahl fasste sich der Rückraumspieler sechs Sekunden vor Schluss ein Herz, tunnelte SGKeeper Tim Lübker mit einem verdeckten Unterhandwurf und erwies sich im letzten Gegenangriff mit einer Mischung aus PokerRaffinesse und Glück als Fels in der Brandung. Die Gäste sahen sich mit nur drei Abwehrleuten sechs SGAngreifern gegenüber. Sjören Tölle hatte den ballführenden Per Oke Kohnagel im Visier. „Ich habe kurz angetäuscht, dass ich herauskomme und bin dann wieder zurückgegangen“, verriet der DHKAkteur später. „Dann flog der Ball an meine Stirn.“ Er fasste sich noch an die schmerzende Stelle, als ihn die Mitspieler jubelnd ansprangen: Ein Punkt war gerettet.

Derweil standen die SGAkteure konsterniert auf dem Spielfeld. Es war kaum zu fassen: 80 Sekunden vor dem Ende hatte Leon Witte, schon in den letzten Wochen der Garant für späte Tore, das 23:21 markiert. Was sollte da noch schief gehen, zumal sich der Kontrahent stetig selbst dezimierte?

„Das darf einfach nicht passieren“, war SGCoach Till Wiechers angefressen. „Zwei Mal haben wir eine klare Überzahl und werfen den Ball das eine Mal in die Ecke, wo der Winkel nicht so gut ist.“ Ein Heber von Linksaußen Jarno Mumm verfehlte das Ziel, dann folgte die bereits geschilderte Szene. „Wir sind genauso unzufrieden wie Till“, meinte Kreisläufer Norman Louwers. „Aber dennoch: Es war ein cooles Event mit einer tollen Organisation.“

Es schien, dass die sehr gut besetzte FlensArena die DrittligaHandballer eher lähmen als beflügeln würde. Gerade einmal 8:8 hieß es nach 26 Minuten. Das JuniorTeam wechselte zunächst zwei Mal zwischen Angriff und Abwehr, der DHK versuchte es im Rückraum ohne Linkshänder, dafür aber mit drei eher schnellen Spielern. „Sjören Tölle und Marc Blockus mögen eine sehr offene Deckung, wie sie die SG fabriziert, nicht so gerne“, erklärte Matthias Hahn später. „Allerdings ist diese Maßnahme nicht hundertprozentig aufgegangen, da die SG dann einen Schritt zurückgegangen ist.“

Ole Zakrzewski und Lasse Worm brachten Leben in die Bude. Der DHK bestimmte plötzlich das Geschehen und legte ein 13:16 (44.) vor. Eine Schwächephase schien alle Hoffnungen zu begraben, doch nach dem 22:19 (55.) berappelte sich der Gast wieder. Dann häuften sich die Hinausstellungen. „50 Minuten pfeifen die Schiedsrichter großartig, dann verlieren sie ihre Linie“, stellte Matthias Hahn fest. Wenige Sekunden vor Ende konnte er seinen Unmut nicht verbergen und kassierte eine Zeitstrafe. Damit leistete er seiner Mannschaft einen Bärendienst, doch Sjören Tölle rettete ihm das Fell.

SG FlensburgHandewitt II: Jöhnck, Lübker (ab 54.) – Kohnagel, Steidtmann (8), Witte (4), Krüger (3/1), Dibbert (1), Simons, Runow (1), Hennig (5/3), Asmussen, Mumm (1), Louwers.
DHK Flensburg: Peters, Eylersen (bei zwei 7m, ab 31.) – Zakrzewski (7), Jessen, Brüne (2), Worm (5), WickertGrossmann (3), Timm, Johannsen, Bruhn (5/2), Tölle (1), Blockus.
Schiedsrichter: Grell/Piper (Kiel).
Siebenmeter: 5:3. – Zeitstrafen: 3:5.
Zuschauer: 3146.