Die DHK-Festung ist angeknackst

  • November 9, 2015

Bereits die dritte Heimniederlage: der DHK Flensborg unterlag dem SV Anhalt Bernburg mit 25:29.

Flensburg. Als Oberligist haben die Handballer des DHK Flensburg fast zwei Jahre lang nicht in Idrætshallen verloren. In der dritten Liga kassierten sie in dieser Saison bereits die dritte Schlappe vor eigenem Publikum. Gegen den SV Anhalt Bernburg unterlag der DHB-Amateur-Pokalsieger mit 25:29 (11:13). Während Gäste-Trainer Christian Pöhler »stolz« war, dass sein Team die »Festung« des DHK »eingenommen « hatte, sagte DHK-Coach Matthias Hahn:

»Wir müssen aufpassen, dass unsere Festung auch wieder ein Festung wird. Momentan bröckelt sie gewaltig.«

In den fünf Heimauftritten zuvor hatten die Flensburger bereits gegen Oranienburg und Potsdam den Kürzeren gezogen. Zum Spiel: Die Gäste begannen gut und hatten in Torwart Artur Gallig einen bärenstarken Rückhalt. In der Anfangsphase hielt er gleich mehrere freie Würfe der DHK-Angreifer. Nach einem 1:3-Rückstand (6.) kamen die Hausherren besser in die Partie und gingen beim 5:4 (14.) erstmals in Front. Es schien für den DHK in die richtige Richtung zu laufen, doch dann stellte der SV Anhalt Bernburg die Abwehr um. Von der robusten 6-0-Variante ging es in einer offensivere Formation. Der DHK tat sich damit schwer und lag zur Pause 11:13 hinten. Im zweiten Durchgang konnte der DHK zwar zunächst ausgleichen (16:16 und 17:17/40.), rannte danach aber weiterhin ständig einem Rückstand hinterher. Dieser wuchs sogar zwischenzeitlich auf fünf Tore an (20:25/50.). Auszeit, Torwartwechsel, in der Schlussphase kam Christoph Peters für Paul Weidner, diverse Angriffs- Aufstellungen – der DHK versuchte alles, allein nichts half.

»Es war heute ein Mix aus allem: Unvermögen, Pech und dann haben auch noch zwei andere Kandidaten zur Niederlage beigetragen«, sagte Sjören Tölle, der zum Spieler des Tages gewählt wurde. Während Tölle mit den Unparteiischen wenig zufrieden war, wollte Hahn deren Leistung nicht als Grund für die Niederlage anführen. Gut fand der DHK-Coach die Referees zwar auch nicht, sein Team aber ebenso wenig.

»Es war ein schlechtes Spiel von uns und das ärgert mich viel mehr. Die Niederlage war ärgerlich, vor allem weil Bernburg kein Gegner war, den wir nicht hätten schlagen können. «

Hahn haderte mit den viele vergebenen Torchancen seines Teams und kritisierte: »Wir haben es zu oft mit der Brechstange versucht.« Ein gebrauchter Tag Mit drei Holztreffern und diversen Abprallern, die meist beim Gegner landeten, lässt sich das von Tölle angesprochene Pech belegen. Gleiches gilt aber auch für das Unvermögen: Zwei verworfene Siebenmeter seien hier nur ein Beispiel. Unterm Strich war es ein gebrauchter Tag für die Hausherren, die es nicht verstanden haben, einen unangenehmen Gegner erfolgreich zu bespielen. »Wir dürfen uns jetzt nicht runterziehen lassen. Wir wissen was wir können und ich bin mir sicher, dass wir nächste Woche wieder ein besseres Spiel zeigen«, sagte Hahn. Zum DHK-Glück geht es dann wieder auswärts ran. Sonntag gastiert der Aufsteiger beim SV Mecklenburg- Schwerin.

 

DHK Flensborg: Peters, Weidner – Jessen 3, Moisen n.e.,

Pries, Brüne 1, Sievers, Wickert-Grossmann 1, Hinrichsen 3/2,

Johannsen 1, Bruhn 4/1, Tölle 9, Blockus 3

SV Anhalt Bernburg: Folchert, Gawlik – Cieszynski 8/2, Pulay

6/2, Taiki, Lampe 1, Hoffmann 2, Ackermann 6, Schneider

1, Buschmann 2, Stiebler, Pajung 3

Zuschauer: 370

Schiedsrichter: Tobias und Oliver Bunselmeyer

Siebenmeter: 5/3:4/4 (Bruhn scheitert an Gawlik und Hinrichsen

an Folchert)

Zeitstrafen: 3:2 (Brüne 2, Jessen – Cieszynski, Buschmann

 

Ruwen Möller

Flensburg Avis