DHK: Der Blick geht nach unten

  • Februar 13, 2017

Nach dem 21:22 gegen den MTV Braunschweig, der fünften Pleite in Folge, droht dem DHK der Abstiegskampf.


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Trotz drei gehaltener Siebenmeter konnte Andreas Meyer Ejlersen die DHK-Niederlage

nicht verhindern.


Flensburg. Schon wieder eine Niederlage für den DHK Flensborg. Gegen den MTV Braunschweig unterlag das Team von Trainer Matthias Hahn in eigener Halle mit 21:22 (9:13). Damit hat der SdU-Klub die letzten fünf Partien am Stück verloren und ist den Abstiegsrängen gefährlich nahe gekommen. Durch den Sieg rückten die Gäste dem DHK bis auf einen Zähler auf die Pelle. Zu den Abstiegsrängen sind es für die Flensburger weiter nur noch drei Punkte Vorsprung.

»Bei mir überwiegt die Enttäuschung «, so Hahn nach dem Spiel. Weiter meinte er: »Ich habe mir in der Woche gesagt, ich spiele lieber schlecht und gewinne, statt gut zu spielen und zu verlieren (der DHK hatte zuletzt nach starker Leistung gegen Tabellenführer Altenholz mit 33:35 verloren/Red.). Jetzt haben wir schlecht gespielt und verloren, irgendwie ist das alles Mist mit dem verlieren«.

Selbstkritisch merkte Hahn außerdem an: »Mir ist es nicht gelungen, die Einstellung in die Mannschaft zu transportieren, die nötig ist, um solche Spiele zu gewinnen. Wir sind zwar gut reingekommen, allerdings ist mir unerklärlich, warum wir völlig den Kopf verlieren, obwohl unser Angriffsspiel anfänglich gut war. Jedenfalls haben wir ab Mitte der ersten Halbzeit mit den schlechtesten Handball jemals beim DHK gespielt.

Andy (Torwart Andreas Meyer Ejlersen/ Red.) hat gut gehalten, die Abwehr war ok, aber im Angriff hatten wir bis auf die ersten zehn Minuten Probleme.« Der DHK begann im Gegensatz zum letzten Heimspiel mit Ejlersen im Tor. Der Däne zeigte etliche Paraden, darunter auch drei gehaltene Siebenmeter, er ließ jedoch auch einige haltbare Bälle durch. Tobias Wickert-Grossmann, der am letzten Wochenende kurz vor Spielende verletzt ausgeschieden war, konnte zwar wieder mitwirken, im Gegensatz zum Altenholz-Spiel erwischte er diesmal allerdings einen eher gebrauchten Tag. Stammkeeper Paul Weidner fehlte nach wie vor verletzt, Kapitän Malte Jessen nahm immerhin schon wieder hinter der Bank Platz und stand auf dem Spielberichtsbogen.

Die Gäste spielten wie erwartet mit einer ungewohnt offensiven Abwehr. Mal war es eine 3:3-Formation, mal eine Art Manndeckung. Probleme hatte der DHK damit zunächst nicht. Das Konzept von Hahn, der mit seinen schnellen beweglichen Akteuren wie Lasse Johannsen oder Lasse Worm dagegenhalten wollte, ging anfangs auf. Die Hausherren führten 6:4 (10.) und 9:6 (15.). Dann zog jemand den DHK-Stecker und bis zur Pause gelang dem Gastgeber kein Treffer mehr. Braunschweig legte dagegen einen 7:0-Tore-Lauf hin und führte nach 30 Minuten mit 13:9. Der MTV hatte sich in der Abwehr etwas weiter zurückgezogen und Keeper Timon Wilken zeigte einige starke Paraden.

»Vielleicht haben wir uns zu sehr auf die offensive Abwehr vorbereitet. Ich habe gedacht, da wir meistens gegen 6:0-Formationen spielen, haben wir damit keine Probleme, aber genau das war der Fall«, so Hahn. In der Pause hielt er seinen Spielern eine Standpauke. »Ich wollte sie wachrütteln«, so der Coach. Seine Worte schienen zu fruchten. Deutlicher aggressiver kamen die Hausherren aus der Kabine und beim 16:15 (47.) schien das Spiel gedreht. Dem war allerdings nicht so. Wieder bekam das Angriffsspiel einen Knacks und die dramatische Schlussphase begann.

Redebedarf

Die tragische Figur dabei war Wickert- Grossmann. Nachdem der DHK den Torwart zu Gunsten des Siebten Feldspieler rausgenommen hatte, gelang dem Kreisläufer zunächst der 21:21-Ausgleich. Es waren aber immer noch vier Sekunden zu spielen, Braunschweig brachte den Ball zur Mittellinie und hatte eine letzte Wurfchance, dass DHK-Tor war immer noch verwaist. Wickert-Grossmann warf sich den Braunschweigern entgegen – die Unparteiischen gaben im dafür die Rote Karte und dem MTV Siebenmeter. Diesen verwandelte Mario Galijot zum 21:22.

»Wir müssen jetzt vorsichtig sein und dürfen die Situation nicht auf die leichte Schulter nehmen«, so Hahn. »Man sollte sich zusammensezten und darüber reden, was das Richtige für den DHK ist, damit wir wieder auf die Erfolgsspur kommen und auch mal wieder Spiele gewinnen «.

Beim DHK herrschte nach der fünften Pleite in Serie und vor dem Derby bei der SG Flensburg-Handewitt II (Freitag, 20.30 Uhr) Redebedarf. Während Kapitän Jessen eine Kiste Gerstemsaft holte und sich mit den Teamkollegen zurückzog, steckten Hahn und die Verantwortlichen vom DHK, Gesch.ftsführer Peter Stotz sowie Teammanager Tobias Dahm, noch auf dem Parkplatz vor Idrætshallen die Köpfe zusammen.

Beim DHK muss etwas passieren, in den nächsten Tagen und Wochen wird sich zeigen was.

Ruwen Möller

Flensborg Avis

 

DHK Flensborg: Ejlersen, Peters n.e. – Zakrzewski 3, Brüne

2, Worm, Blumenberg n.e., Wickert-Grossmann 4, Timm, Johannsen

1, Bruhn 8/4, Tölle, Blockus 3, Ilper n.e., Jessen n.e.,

Moisen n.e.

MTV Braunschweig: Grunz, Wilken – Czok 7, Melzig, J. Krause

1, Wolters, P. M. Krause 2/2, Seekamp, Nikolayzik 4, Körner

2, Giese 3, Galijot 3/1

Zuschauer: 300

Schiedsrichter: Florian Selau/Christopher Witt

Zeitstrafen: 3:5 (Wickert-Grossmann 2, Tölle – Czok, P. M.

Krause, Nikolayzik, Giese, Galijot)

Siebenmeter: 5/4:6/3 (Bruhn vergibt einen – Ejlersen hält)