Déjà-vu beim DHK

  • November 21, 2016

Erneut musste sich der DHK Flensborg nach deutlicher Führung mit einem Remis begnügen. Jannes Timm und Timo Brüne stark bei 30:30gegen OHV Aurich. Jessen schwer verletzt.


Flensburg. Lasse Johannsen schmeckte das Remis überhaupt nicht. Der Däne nahm den Ball und knallte ihn mit voller Wucht aufs Hallenparkett, so dass er weit in die Höhe schoss. Eine Momentaufnahme direkt nach dem 30:30 (15:11)-Unentschieden der Drittliga-Männer des DHK Flensborg gegen den OHV Aurich. Haargenau eine Woche nach dem 24:24-Unentschieden gegen Schlusslicht SV GW Werder warfen die Schützlinge von DHK-Coach Matthias Hahn erneut eine klare Führung über Bord, nahmen aber immerhin einen Zähler mit nach Hause.

Déjà-vu in Idrætshallen.

Wieder nicht verloren »Wir wissen nicht, ob wir uns freuen oder traurig sein sollen. Aber: wir haben wieder nicht verloren«, sagte DHK-Spieler Timo Brüne, dessen Team seit vier Spielen unbesiegt ist.

Am Sonnabend, vor etwas mehr als 300 Zuschauern, war das vor allem auch ihm zu verdanken. Brüne hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Hausherren vom DHK Flensborg nach einem durchwachsenen Start und bis zu vier Toren Rückstand (3:7) alsbald besser in Fahrt kamen.

Das lag in erster Linie an einer geschickten taktischen Umstellung von Trainer Matthias Hahn, der auf ein 3:3-System umstellte, und so die gefährlichsten Gästespieler an die kurze Leine nahm. Aber eben auch an Brüne. Er warf nicht nur fünf der ersten acht DHK-Tore, warf vor der Pause wichtige Führungen heraus (14:10 und 15:11), sondern besorgte in der vorentscheidenden Phase sogar die dritte von drei Sechs-Tore-Führungen (25:19).

Was aber nicht reichte.

Zwar lieferten insbesondere Neuzugang Jannes Timm (wie Brüne achtfacher Torschütze) und in der entscheidenden Phase Marc Blockus, das eigentliche DHK-Prunkstück – eine sichere Abwehr – aber war in dieser Phase überhaupt nicht mehr sattelfest.

DHK-Kapitän Malte Jessen, der verletzt raus musste (Mittelfußbruch), wurde schmerzlich vermisst und die Gäste kamen in Windeseile immer wieder zu Toren. Hahn – der bei den Spielständen 21:17 (42:03 Min.) und 26:22 (47:53) relativ kurz hintereinander seine beiden Auszeiten in Halbzeit zwei nahm, wurde immer unruhiger an der Seitenlinie. Er musste mit ansehen, wie die Kräfte seiner Akteure schwanden, Aurich Tor um Tor aufholte, ausglich (27:27) und rund eine Minute vor der Schlussssirene durch Wilke De Buhr mit 30:29 in Führung ging. Dabei hatte Jannes Timm bei 29:28-Führung die Vorentscheidung in der Hand, sein Siebenmeter knallte aber nur an den Außenpfosten.

Zum Glück für den DHK traf ganz am Ende noch Lasse Johannsen zum 30:30. Hut ab

»Ich weiß noch nicht so recht, ob ich mich ärgern oder freuen soll«, sagte Matthias Hahn auf der anschließenden Pressekonferenz. Der DHK-Coach verwies auf das Fehlen von Tobias Wickert-Grossmann und Ole Zakrzewski (Bänderriss im Abschlusstraining), das Verletzungs-Aus von Kreisläufer Malte Jessen im Spiel. »Hut ab vor meiner Mannschaft, sie hat alles gegeben«.

Gäste-Coach Arek Blacha konnte mit dem einen Punkt gut leben. »In den ersten 15-20 Minuten haben wir das hervorragend gemacht. Durch Manndeckung, wie man es schon in der D-Jugend sieht, haben wir den Kopf verloren. Aber schließlich hat die Mannschaft alles gegeben«, sagte Blacha, der den DHK als eine der spielstärksten Mannschaften der 3. Liga pries.

Marc Reese

Flensborg Avis

 

DHK Flensborg: Weidner, Peters – Jessen 1, Moisen (n.e.),

Brüne 8, Worm 2, Blumenberg (n.e.), Wohldmann (n.e.),

Timm 8/4, Johannsen 3, Bruhn, Tölle 2, Blockus 6.

OHV Aurich: Lüpke, Möhlmann – Crnic 6/1, Stancic, De Buhr

5, Wendlandt 5, Seidler 2, Lemke 1, Stapenhorst 1, Goepel,

Hertlein 3/2, Oroz 5.

Schiedsrichter: Dodt/Klappauf

Zeitstrafen: 6:6

Siebenmeter: 5/4:3/3

Zuschauer: 310