„Hätten bis Weihnachten das Ding nicht gedreht“
DHK Flensborg – SC Magdeburg II 27:34 (11:17)
Der DHK Flensborg hat am Samstag eine Lehrstunde über sich ergehen lassen müssen. Gegen den entschlossenen und abgeklärten SC Magdeburg II kassierte die Mannschaft von Magnus und Daniel eine auch in der Höhe völlig verdiente 27:34 (11:17) Niederlage. Aufgrund der ersten 48. Minuten, war das Ergebnis sogar etwas schmeichelhaft. „Wir hätten noch bis Weihnachten spielen können, wir hätten das Ding nicht gedreht“, sagte Magnus nach der Partie ganz ehrlich. „So ein Spiel hat man während der Saison einfach mal. Es gelingt gar nichts und Du läufst nur hinterher. Das war bei uns heute so und deshalb haken wir das Spiel auch schnell ab“, sagte Daniel und seine Enttäuschung wich dabei schnell aus seinem Gesicht.
Beginn ohne Durchschlagskraft und danach hinterhergelaufen
Unser DHK Flensborg fand sehr schlecht ins Spiel. Die Gäste gingen durch den von Anfang an starken Noah Hensen mit 0:1 in Führung. Nachdem SCM-Linksaußen Max Meyer eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte, da er unseren Torhüter Haui unglücklich mit seinem Wurf am Kopf traf, glich Tom kurz darauf per Siebenmeter aus. Doch danach lief sich der DHK-Angriff stets in der Magdeburger Defensive fest und war immer wieder nahe am Zeitspiel. Gegen die bewegliche SCM-Abwehr fehlte die nötige Durchschlagskraft. So gab es einen 0:5 Lauf, da bei den Gästen das Rückraumtrio Noah Hensen, Mats Brigzinsky und Sebastian Bialas immer wieder Ideen hatte und selbst gnadenlos effektiv war (11.). Erst nach dem 1:6 gab es einen folgenden schnellen Gegenstoß. So konnte Jonas von der Linksaußenposition eine knapp zehnminütige Durststrecke mit dem 2:6 und somit dem ersten Feldtor unseres DHK beenden.
Danach kämpfte sich das Team von Magnus und Daniel auf 5:8 heran. Doch trotzdem verloren die Gastgeber Mitte des ersten Durchgangs wieder den Faden gegen die überlegt agierenden Magdeburger. Auch eine Auszeit konnte den Negativtrend nicht stoppen, unser DHK leistete sich weiter zu viele Fehler. Zwar belebte vor allem Klaas nach seiner Einwechslung unsere Offensive, doch er scheiterte dreimal in bester Position an dem stark aufgelegten SCM-Keeper Oskar Stieglitz. So stand es schnell 5:11 (18.). Auch Onno fand im Schlussmann der Gäste seinen Meister. So fiel unsere Mannschaft in der 22. Minute ernüchternd auf 6:14 zurück. Doch es gab noch einmal ein Aufbäumen, denn unser Angriff hatte sich gefunden und war durchschlagskräftiger. Klaas traf jetzt sehr gut und riss so seine Nebenleute mit. Durch die Erfolgserlebnisse der Offensive, stabilisierte sich auch unsere Deckung. Mit konzentrierterem Spiel gelang ein kleiner 5:3 Lauf bis zur Pause. So ging es mit 11:17 in die Kabinen der Idrætshallen. Die Aufgabe für den zweiten Durchgang bestand darin, das Magdeburger Rückraumtrio in den Griff zu bekommen. Denn Hensen, Brigzinsky und Bialas erzielten insgesamt 16 der 17 Gästetore in den ersten dreißig Minuten.
Erneuter Fehlstart sorgt für hängende Köpfe
Doch die erhoffte Wende nach dem Wechsel wurde vom SC Magdeburg II im Keim erstickt. Das dominierende Magdeburger Trio gab gegen die DHK-Sieben weiter den Ton an. Vorne schlichen sich bei unserem Team immer wieder technische Fehler ein. Zudem parierte auch SCM-Keeper Stieglitz wieder überdurchschnittlich. So gab es, wie schon im ersten Durchgang, einen Fehlstart. Sechs Minuten nach Wiederbeginn mündete die Unterlegenheit durch einen 1:4 Negativlauf in einen 12:21 Rückstand. Als beim 13:23 der Abstand auf zehn Treffer Differenz anwuchs, nahmen Magnus und Daniel ihre zweite Auszeit. Doch unsere Mannschaft fand einfach nicht zurück und war den überlegenen Gästen, die zu keiner Zeit nervös wurden und mit viel Geduld die DHK-Abwehr auseinander spielten, weiterhin unterlegen. Zwölf Minuten vor Ultimo stand ein ernüchterndes 17:30 auf der Anzeigentafel der Idrætshallen und unser Trainerduo nahm ihre letzte Auszeit. Erst danach agierte unser Team wieder konkurrenzfähig. Allerdings wechselte SCM-Ikone und Trainer Christoph Therkauf auch mehr durch. Mit nur zehn Feldspielern an der Flensburger Förde angetreten, gab der Coach des Clubs aus der Magdeburger Börde allen Akteuren viel Spielzeit. So lief der SCM-Angriffsmotor nicht mehr so flüssig geölt. Außerdem zeigte Haui einige gute Paraden.
Bis zum 22:33, fünf vor der Schlusssirene, war der Rückstand aber dennoch enorm hoch. Erst danach schienen die Gäste bereits im Bus und auf der Heimfahrt zu sein, denn sie gingen auf der Platte der Idrætshallen vom Gaspedal. So milderte ein kleiner 5:1 Lauf das Resultat noch auf eine erträgliche 27:34 Niederlage für unseren DHK Flensborg. „Wir haben heute keine Disziplin in unserem Angriff gehabt. Das war sehr enttäuschend. Und in der Abwehr gab es nicht die nötigen Stockfouls. Über das ganze Spiel hat mir bei uns nur Klaas gefallen. Und auch Endijs hat es für die ihm eingesetzte Spielzeit gut gemacht. Wir werden das Spiel ab Montag analysieren und während der Woche umso härter arbeiten. Dann wollen wir es am nächsten Wochenende wieder besser machen“, sagte Magnus und befand sich selbst schon zwischen Analyse und Kampfmodus mit dem positiven Blick nach vorne. Jörn Saemann
DHK Flensburg: Hauenstein, Haidu – Schröder (1), Kusners (3/1), Dethlefsen (1), Niestroj (3), Schmidt (2), Schlott, Buschmann (1), Simon (5), Lorenzen (4/2), Zacharias Minning (2), Westphalen (2), Rithaphorn (1), Koscielski, Constantin Minning (2).
SC Magdeburg II: Stieglitz, Lücke – Packebusch, Bringzinsky (9/4), Pillich (1), Hensen (12), Welsch (2), Meyer, Schöbe, Kretzschmar (3/1), Bialas (6), Hammer (1).
Schiedsrichter: Matthias Klinke/Sebastian Klinke (Bordesholm)
Zuschauer: 407